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Al-Sistani billigt bewaffneten Widerstand
29.08.2004








Wie Al-Jazeera am Sonntag berichtete, hat Großayatollah Ali al-Husseini al-Sistani Medienberichte, er oder andere shiitische Geistliche würden den bewaffneten Widerstand gegen die Besatzer des Iraks ablehnen, bestritten.

Gegenüber Al-Jazeera sagte Hamid al-Khafaf, der Sprecher al-Sistanis: "Ich bekräftige, daß es keine Vereinbarung zwischen den shiitischen religiösen Führern gegeben hat, den multinationalen Streitkräften keinen Widerstand zu leisten und die Berichte waren unbegründet und falsch."

Auch der Sprecher des Großayatollahs Bashir al-Najafi, Ali Bashir al-Najafi, bestritt, daß bei dem Treffen der religiösen Führer, der als Marjaiya bekannten Gruppe, über "bewaffneten Widerstand gegen die Besatzung" gesprochen worden sei.

Al-Najafi betonte auch ausdrücklich, daß keine dahingehende Fatwa, ein religiöses Rechtsgutachten, ausgesprochen worden ist. "Die Angelegenheit hat nichts mit Fatwa zu tun und es war keine Fatwa", sagte er.

Neben al-Sistani und al-Najafi gehören noch Großayatollah Muhammad Saad al-Hakim und Großayatollah Ishaq al-Fayad dem Marjaiya an.

Al-Najafi ließ gegenüber Journalisten auch keinen Zweifel daran, wie er über die Besatzung denkt.

"Es war das gleiche unter Saddam [Hussein] wie unter der Besatzung. Beide Regimes haben den Irak zu einem offenen Feld werden lassen und zugelassen, daß große Mengen Waffen aus dem Ausland ins Land kommen. Das Ergebnis ihrer [der USA] Intervention im Irak ist keine Befreiung, sondern eine neue Front, um gegen ihre Feinde zu kämpfen und den Islam anzugreifen."

Die Worte al-Sistanis als auch al-Najafis lassen kaum einen Zweifel daran, daß sie den bewaffneten Widerstand gegen die Besatzung befürworten, auch wenn sie dies zumindest bisher nicht offen aussprechen.

Die Vermutung, daß die falschen Berichte, sie würden den Widerstand verurteilen, von ihnen selbst angeregt worden sind, um diesen im nachhinein widersprechen und damit eine klare Position einnehmen zu können, ohne offen aussprechen zu müssen, daß sie den Widerstand billigen, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Zwar hätten sicherlich auch die USA Interesse an einer entsprechenden Aussage gehabt, so daß nicht auszuschließen ist, daß die Berichte von ihrer Seite aus oder auch von Seiten der "Übergangsregierung" "angeregt" worden sind, in jedem Fall stellt dieses Dementi aber die bisher eindeutigste Positionsbeziehung dieser angesehensten irakischen Geistlichen für den bewaffneten Widerstand dar.





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