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Irakveteranen gegen den Krieg
03.09.2004








Am Donnerstag berichtete der Boston Globe über die US-Organisation "Iraq Veterans Against the War" (IVAW, "Irakveteranen gegen den Krieg").

Die Organisation ist ein Zusammenschluß von Soldaten, die sich aufgrund ihrer persönlichen Erfahrungen im Irak gegen den Krieg und für "einen umgehenden Abzug der Besatzungskräfte" einsetzen.

Die Idee zur Gründung der IVAW kam Michael Hoffman, einem Obergefreiten in einer Einheit der US-Marines während der Invasion im März 2003, zusammen mit Tim Goodrich, der bei der Eroberung Afghanistans und später des Iraks in der US-Air Force gedient hat, im März dieses Jahres. Zusammen mit sechs weiteren Gründungsmitgliedern wurde die IVAW ins Leben gerufen.

Unter diesen Gründungsmitgliedern befindet sich auch ein weiterer US-Marine, der Oberfeldwebel Jimmy Massey, der sich bereits mehrfach öffentlich dessen, was er und seine Einheit im Irak getan haben, geschämt hat.

Gerade die Tatsache, daß es sich bei den Mitgliedern der Organisation um Soldaten handelt, die selbst an der Eroberung und der Besetzung des Iraks beteiligt waren, verleiht ihrer - bisher zahlenmäßig geringen - Stimme Gewicht.

"Wir haben etwas, das sonst niemand hat", so Hoffman. "Wir waren dort, wir haben Dinge gesehen, die keiner sonst gesehen hat und niemand kann das anzweifeln."

Goodrich erzählt, daß er im Krieg gegen Afghanistan noch Beleidigungen auf Bomben geschrieben hat. Später begann er dann, Artikel im Internet zu lesen, während er in Saudi-Arabien auf die Rückkehr von Kampfflugzeugen wartete, die Patrouillenflüge über dem Irak durchführten. Als er schließlich im Irak eingesetzt wurde, fiel ihm zufällig ein Buch von Noam Chomsky in die Hände, das seine Ansichten über die US-Außenpolitik grundlegend änderte.

Unteroffizier Robert Sarra war von eineinhalb Jahren ebenfalls mit den US-Marines im Irak. Einmal feuerte er zusammen mit mehreren anderen Soldaten auf eine schwarzgekleidete Frau mit einem Paket, weil sie nicht stehenblieb, als sie sie dazu aufforderten. In den Armen der Toten fanden sie statt einer Bombe nur Brot, Tee und eine weiße Fahne.

Kelly Dougherty ist ein weiteres Gründungsmitglied. Sie hat als Militärpolizistin mit einer Einheit der US-Nationalgarde im Irak.

"Ich fühlte mich nicht als Befreier", sagte sie. "Ich fühlte mich, als wäre ich ein Unterdrücker. Wir verbrannten einen Pritschenwagen voller Gemüse vor den Augen von irakischen Menschen, die hungerten."





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