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USA verliert den Irak
08.09.2004








Am Dienstag bestätigten Pentagon-Beamte bei einer Pressekonferenz einem Bericht der New York Times vom Mittwoch zufolge, was hier schon in den vergangenen beiden Wochen gemeldet worden ist: daß mehrere irakische Städte nicht mehr unter der Kontrolle der Besatzer stehen.

Insbesondere wurden hierbei von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und US-General Richard B. Myers, dem Vorsitzenden der Versammlung der Stabschefs, die im Zentralirak gelegenen Städte Fallujah, Ramadi, Baquba und Samarra genannt. Beide zeigten sich einig darüber, daß sie die Kontrolle über diese Städte nur wiedererlangen könnten, wenn der Angriff von "irakischen Soldaten" geführt würde. Diese Strategie mag zwar dabei hilfreich sein, das weitere Ansteigen der Zahl getöteter US-Soldaten - die offiziellen Angaben zufolge nun die 1.000 überschritten hat - zu verlangsamen, wird aber kaum zu dem gewünschten Erfolg führen, da die "irakische Armee" vom Widerstand als Kollaborateure wahrgenommen wird.

Generalmajor John R. Batiste, Kommandeur der First Infantry Division der US-Army, in deren Bereich auch die Stadt Samarra liegt, leugnete noch am Dienstag, daß die Stadt verloren sei - zumindest, wenn man nicht annehmen will, daß ihm der irakische Widerstand wesentlich näher steht als das US-Militär.

"Samarra ist eine Stadt, wo Iraker es in die Hand nehmen, anti-irakische Kräfte hinauszuwerfen", schrieb er. "Niemand hat die Stadt den Rebellen überlassen und es gibt keinen Absperring. Was wir in Samarra haben sind die guten Menschen des Iraks, angeführt von einer weitsichtigen Führung der Stadt und der Provinz, hochrangigen Scheichs und Geistlichen, die sich dem Feind entgegenstellen."

Allein in den vier bei der Pressekonferenz gesondert genannten Städten leben zusammen über 1,1 Millionen Menschen. Da davon auszugehen ist, daß auch die Stadt Basra mit ihren 1,3 Millionen Einwohnern nicht mehr unter Kontrolle der Besatzer steht, sind mittlerweile mindestens 10 Prozent der Einwohner des Iraks dem Einfluß der Besatzer entzogen.

Die ebenfalls bei der Pressekonferenz genannte Zahl von 2.700 Angriffen auf US-Soldaten im Monat August - gegenüber "nur" 700 im März - läßt ein weiteres Mal vermuten, daß die Zahl der amerikanischen Opfer in Wahrheit weitaus höher liegt, als dies offiziell zugegeben wird.

Den offiziellen Zahlen zufolge wurden im März bei 700 Angriffen 52 US-Soldaten getötet. Im April stieg die Zahl der Angriffe auf 1.800 und die Zahl der Todesopfer auf 135. Im Mai standen 1.900 Angriffen 80 Tote gegenüber. Im Juni waren es 1.550 Angriffe und 42 Tote, im Juli 1.600 und 54. Im August, wo es den massiven Anstieg auf 2.700 Angriffe gab, wurden den offiziellen US-Angaben zufolge 66 US-Soldaten getötet.

Obwohl sich die Zahl der Angriffe also gegenüber dem März fast vervierfacht hatte, stieg die Zahl der getöteten Soldaten nur um ein Viertel. Dies scheint kaum glaubwürdig, würde dies doch bedeuten, daß die "Effizienz" der Widerstandskämpfer sehr stark nachgelassen hätte. Tatsächlich dürfte diese aber gestiegen sein, da die Kämpfer immer mehr Erfahrung gewinnen.





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