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"Präzisionsschläge" auf ein "Gebiet"
09.09.2004








Wie die Agenturen am Donnerstag meldeten, ist in der vergangenen Nacht die irakische Stadt Fallujah erneut durch das US-Militär bombardiert worden.

Al-Jazeera berichtete unter Berufung auf Dr. Mushtaq Talib vom allgemeinen Krankenhaus der Stadt, daß insgesamt 12 Zivilisten getötet worden sind, darunter 3 Frauen und 5 Kinder. Weitere 15 Menschen wurden verletzt.

Die Opfer gehören demnach alle drei Familien an, die sich in bei dem Bombardement vollständig zerstörten Häusern aufgehalten hatten.

Nach Aussage des US-Militärs hätten Geheimdienstinformationen gezeigt, daß sich zum Zeitpunkt des Angriffs drei Angehörige der Organisation von Abu Musab al-Zarqawi sich "in der Gegend aufgehalten" hatten. Diese Aussage belegt einmal mehr, daß dem US-Militär Opfer unter der Zivilbevölkerung völlig gleichgültig sind, da demnach der genaue Aufenthaltsort der vorgeblichen Ziele nicht bekannt war.

In einer anderen Erklärung sagte das US-Militär, die Bombardierungen in den östlichen und südlichen Stadtteilen hätten sich gegen eine "Befehls- und Kontrollzentrale" der Widerstandskämpfer gerichtet. Dieser Erklärung zufolge wußte das Militär zwar nicht einmal, in welchem Stadtteil sich diese "Befehlszentrale" befand, hatte aber offenbar das ununterdrückbare Bedürfnis, sie zu bombardieren.

Die Erklärung zeigte sich auch überzeugt, daß es keine zivilen Opfer gegeben hat, wußte aber andererseits nichts über die Höhe der Opfer der "Feinde".

Journalisten vor Ort lassen hingegen keinen Zweifel daran, daß - vermutlich ausschließlich - Zivilisten verletzt und getötet worden sind.

Khalid Abbas wohnt neben einem der völlig zerstörten Häuser. "Wir schliefen auf dem Dach, weil der Strom nachts ständig ausfällt. Als es die Explosion gab wurde ich von der Druckwelle mindestens fünf Meter weit geschleudert", sagte er.

"Zuerst dachte ich, die Explosion wäre in meinem Haus gewesen, aber als ich mich von dem Schock erholte, sah ich, daß das Nachbarhaus getroffen worden war." Seiner Aussage nach wohnten 2 Frauen und 10 Kinder in dem Haus. "Die Kinder im Nachbarhaus füllten die Straße regelmäßig mit Lärm. Jetzt hoffe ich, daß sie wie Vögel im Himmel sein werden", so Abbas. "Ich möchte wissen, warum die Amerikaner sich entschlossen haben, eine Familie mit Kindern zu bombardieren."

Auch die 50 Kilometer westlich der nordirakischen Stadt Mosul gelegene Stadt Tal Afar, wo es bereits am Sonntag zu schweren Kämpfen gekommen war, ist am Donnerstag bombardiert worden. Nach Aussage der irakischen "Innenministeriums" wurden dabei mindestens 12 Zivilisten getötet.





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