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"Höllenloch" Malediven
15.09.2004








Wie AFP am Mittwoch berichtete, hat das Europäische Parlament als Reaktion auf die Verhängung des Notstands in den Malediven entschieden, Hilfszahlungen an das Land vorerst einzustellen und Regierungsmitgliedern das Betreten des Gebiets der EU zu verweigern.

"Nach einem Monat des Terrors in den Malediven darf die EU nicht zögern, die Zahlung jedes nicht lebensnotwendigen Teils des Hilfsbudgets von 2 Millionen Euro zu blockieren", so eine Erklärung der EU-Vertretung in der maledivischen Hauptstadt Colombo.

Die Regierung der Malediven unter Präsident Maumoon Abdul Gayoom hatte vor einem Monat den Notstand über die Inselgruppe verhängt, nachdem es in der Hauptstadt wiederholt zu Großdemonstrationen gekommen war, die Demokratie forderten.

Dabei sind nach offiziellen Angaben 185 Menschen verhaftet worden und es wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Der Regierung zufolge befanden sich am freitag immer noch 78 Menschen in Haft, darunter nach Aussage von pro-demokratischen Quellen auch 7 Mitglieder des Parlaments.

Die Regierung hat zwar zugesichert, den Notstand "sehr bald" wieder aufzuheben, wollte sich dabei aber nicht auf einen Zeitpunkt festlegen.

Der Schritt der EU erfolgte, nachdem Abgesandte der EU das Land in der vergangenen Woche besucht hatten, wobei ihnen der Zugang zu den inhaftierten Aktivisten verweigert wurde.

"Es ist entscheidend, daß maximaler internationaler Druck ausgeübt wird, um die Freilassung dieser unschuldigen Menschen sicherzustellen", so die EU-Parlamentarier. "Sie befinden sich in ernster Gefahr und stellen die demokratische Zukunft der Inseln dar."

In der Erklärung wurden die Malediven mit einem "Höllenloch" verglichen. Es sei dringend notwendig, "Richtlinien für den Tourismus an exotische Orte wie diesen oder Burma oder Kuba" zu entwickeln, da "Massentourismus den Bewohnern vor Ort häufig nichts bringt".

"Es reicht einfach nicht aus, daß Reiseveranstalter Geschäfte mit Diktatoren von inselparadiesischen Höllenlöchern abschließen und dann Kritik ignorieren, als würden die Bedingungen der Menschen vor Ort sie nichts angehen", so die EU in der Erklärung.





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