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"Präzisionsschläge" und tote Kinder
17.09.2004








Am Freitagmorgen hat das US-Militär nach eigener Aussage erneut in der Nähe der irakischen Stadt Fallujah "Präzisionsschläge" gegen "Unterschlüpfe von Terroristen, die in Verbindung mit Abu Musab al-Zarqawi stehen" durchgeführt.

Nach US-Angaben sind dabei einer AP-Meldung zufolge "bis zu 60 Rebellen" getötet worden.

Die Zahl der Opfer wird auch von einer Al-Jazeera-Meldung bestätigt, allerdings handelt es sich nach Aussage des Arztes Dr. Ahmad Khalil vom allgemeinen Krankenhaus von Fallujah bei vielen der Opfer um Frauen und Kinder. Insgesamt sind 30 Leichen und 40 Verwundete in das Krankenhaus gebracht worden, weitere Menschen wurden in andere Krankenhäuser eingeliefert.

Bei dem Bombardement in dem 7 Kilometer südlich von Fallujah gelegenen Ort Zoba wurden Augenzeugenberichten zufolge 13 Häuser zerstört.

Bei einem weiteren Angriff in der Stadt Fallujah selbst sind Khalil zufolge 2 Frauen getötet und 8 weitere Menschen verletzt worden.

Ebenso, wie sich die amerikanischen Besatzer bemühen, die Opfer, die auf das Konto des irakischen Widerstands gehen, in jedem Fall als Zivilisten darzustellen - auch wenn es sich tatsächlich um Polizisten oder Mitglieder der "irakischen Armee" handelt - bezeichnen sie alle Opfer eigener Angriffe als "Rebellen" oder - noch häufiger - als "Terroristen". Hierbei lassen sie sich auch nicht von der Tatsache ablenken, daß sehr häufig auch Kinder unter den Opfern sind.

Am Freitag veröffentlichte der britische Independent einen Artikel, in dem sich der britische Oberst Tim Collins, dessen Ansprache an die britischen Soldaten zu Beginn des Krieges hochgelobt worden war, äußerst kritisch und nannte den Irakkrieg "zynisch".

"Entweder war es ein Krieg, um das irakische Volk zu befreien, in diesem Fall würde es sich um schwerwiegende Inkompetenz handeln, oder es war ein zynischer Krieg, der in jedem Fall passiert wäre, um dem Ärger über Saddam Husseins Regime Luft zu machen ohne die Folgen für das irakische Volk zu beachten. In dem Fall wäre es ein verbrecherischer Angriff - und die Beweise deuten auf letzteres hin", so Collins in einer Radiosendung.

Collins zeigt sich auch nicht erstaunt über das brutale Vorgehen der Besatzer und die Mißhandlung von Irakern.

"Die Mißhandlung jeder Person muß ohne Unterschied verurteilt werden. Allerdings denke ich, daß, wenn die Führer eines Landes, oder die Führer einer Allianz nur von ‚ihnen' und ‚dem Feind' sprechen, statt sie als Menschen zu behandeln, wie kann man von dem untersten Glied der Befehlskette, dem einfachen Soldaten, erwarten, dies anders zu interpretieren? Führung kommt von oben und die untersten Ränge werden entsprechend der Leitung ihrer Führung handeln. Sie werden entweder gut oder schlecht geführt. Letztlich muß die Verantwortung für die Handlungen der Soldaten auf die Führung zurückfallen."





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