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Erfolg gegen den Terror?
26.09.2004








Am Sonntag berichtete die britische News of the World, daß Nachforschungen eines ihrer Reporter zur Verhaftung von vier "Terroristen" geführt haben.

Angeblich wollten die vier für einen Mann in Saudi-Arabien ein Kilogramm "rotes Quecksilber" kaufen. Er sei demnach bereit gewesen, hierfür 300.000 britische Pfund - fast 450.000 Euro - zu bezahlen.

Angeblich handele es sich bei "rotem Quecksilber" um ein hochradioaktives Material, das von "russischen Wissenschaftlern während des Kalten Krieges für den Bau von Briefatombomben entwickelt" worden sei. Der saudische Käufer, der als der "muslimischen Sache" wohlwollend gegenüberstehend beschrieben wurde, sagte einem der "Vermittler" zufolge, das Material sollte "entweder hier in Großbritannien oder in den USA" benutzt werden.

Der Reporter Mazher Mahmood überzeugte die Männer, daß er ihnen "rotes Quecksilber" liefern könne.

Schließlich wurden die "Vermittler" mit Hilfe des Reporters von einer britischen Anti-Terror-Einheit verhaftet.

Bei näherer Betrachtung kann der ganze Fall nur als Propaganda bezeichnet werden, die die Gefahr eines Anschlags mit einer "schmutzigen Bombe" belegen soll.

Schon der Beginn der Geschichte erscheint wenig glaubwürdig. Angeblich erhielt die Zeitung einen "Hinweis", daß ein Bankier "versuche, radioaktives Material für den Bau einer Bombe für einen Käufer im Mittleren Osten zu finden".

Auch die Tatsache, daß die "Vermittler" offenbar verhaftet wurden, ohne daß versucht wurde, den saudischen Käufer zu identifizieren und zu verhaften macht die Geschichte nicht überzeugender. Würde es tatsächlich darum gehen, einen Anschlag mit radioaktivem Material - egal in welcher Form - zu verhindern, so wäre es sicherlich von entscheidender Wichtigkeit, die Person zu verhaften, die in den Besitz dieses Materials gelangen will.

Insbesondere aber die Tatsache, daß hier "rotes Quecksilber" verkauft werden sollte, nimmt dem Bericht den letzten Rest Glaubwürdigkeit. Aller Wahrscheinlichkeit nach existiert dieser Stoff gar nicht. "Rotes Quecksilber oder Red mercury ist eine mysteriöse Substanz im Zusammenhang mit Atombomben. Einer Theorie nach handelt es sich um einen Kodenamen für hochreines Uran oder Plutonium. Es kann sich aber auch um einen Hoax handeln, der von Betrügeren an leichtgläubige Terroristen verkauft wird", so Wikipedia.

Unabhängig davon, ob "rotes Quecksilber" überhaupt existiert oder nicht dürfte es aber in jedem Fall deutlich einfachere Quellen geben, an radioaktives Material zu gelangen, wenn man den Bau einer "schmutzigen Bombe" plant. Wer bereit ist, eine halbe Million Euro auszugeben, dürfte kaum größere Probleme haben, beispielsweise etwas "Schrott" aus dem Wrack eines russischen Atom-U-Bootes zu "bergen".

Der Eindruck, daß nicht nur der vorgebliche Verkäufer des Materials - der Reporter Mazher Mahmood - sondern auch der unbekannte "Käufer" keineswegs an einem echten Handel interessiert war, drängt sich hier sicherlich auf.

Ein derart von Beginn an "geplanter Erfolg" würde hingegen auch den "Hinweis" an eine Zeitung erklären, da hierdurch eine ausführliche Berichterstattung gesichert ist. Auch würde sich so erklären, warum die Behörden anscheinend erst durch den Reporter von den "Terroristen" erfuhren.





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