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Bomben auf den Irak
27.09.2004








Die Bombardierung irakischer Städte durch das US-Militär geht mit unverminderter Stärke weiter. Am Montag berichtete AP, daß erneut der Baghdader Stadtteil Medina al-Sadr (Sadr City) von US-Kampfflugzeugen angegriffen wurde.

Dabei wurden mindestens 5 Menschen getötet und 40 weitere verletzt. Nach Auskunft von Dr. Qassem Saddam vom Imam Ali-Krankenhaus waren unter den Verletzten auch 15 Frauen und 9 Kinder.

Nach Aussage des US-Militärs wurden ausschließlich mehrere "eindeutig identifizierte" Verstecke von Widerstandskämpfern bombardiert. Da sich die Widerstandskämpfer überwiegend aus der örtlichen Bevölkerung rekrutieren mag diese Formulierung möglicherweise sogar zutreffend sein, bedeutet aber eben auch, daß Wohnhäuser von Familien bombardiert werden. Die Bombardierung eines Stadtteils, in dem 2 Millionen Menschen leben, um einzelne Personen, die sich in Gebäuden aufhalten, zu treffen, kann nur zu zahlreichen zivilen Opfern führen.

Einem Bericht der HindustanTimes zufolge wurde in der Nacht zum Montag auch die nahe Najaf gelegene Stadt Kut bombardiert. Dabei wurden 75 Menschen getötet und 148 verletzt.

Nach Aussage des Direktors des Krankenhauses der Stadt, Khader Fadal Arar, handelt es sich auch hier bei vielen der Toten und Verletzten um Frauen und Kinder.

Der Polizeioberst Salam Fakhri sagte, das Bombardement, das sich vor allem auf den Stadtteil al-Sharkia konzentrierte, begann gegen 01:00 Uhr und dauerte bis nach 03:00 Uhr an.

"Der Feind zeigt keinerlei Rücksicht auf die irakische Bevölkerung."

Dieser Aussage ist sicherlich angesichts dieser Berichte zuzustimmen, allerdings handelt es sich hierbei in Wahrheit um eine Bemerkung von Oberstleutnant Jim Hutton, einem Sprecher der US-Armee. Er bezog sich dabei auf einen Vorfall, bei dem drei vom irakischen Widerstand auf eine US-Basis in Baghdad abgefeuerte Mörsergranaten ihr Ziel verfehlten und eine Wohngegend trafen. Offenbar getreu dem Motto, daß das US-Militär keine zivilen Opfer zählt, konnte Hutton allerdings keine Angaben machen, ob es dabei zu Opfern gekommen ist.

BERICHTIGUNG:

Der oben genannte Bericht der HindustanTimes entspricht zwar den tatsachen, der Angriff hat sich allerdings schon in der Nacht zum 12. August ereignet, wie ein Vergleich mit einer AFP-Meldung zeigt. Bisher hat die HindustanTimes auf eine entsprechende Anfrage nicht reagiert.

Vielen Dank an den aufmerksamen Leser f¨r diesen Hinweis!





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