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Zu Tode gefoltert?
28.09.2004








Wie AP am Montag berichtete, ist ein kürzlich im Libanon gefangengenommener Mann, angeblich ein "höchstrangiges Al-Qaida-Mitglied" in Gefangenschaft "an einem Herzanfall" verstorben.

Der Anfang 50-jährige Ismail Mohammed al-Khatib war am 17. September zusammen mit Ahmed Salim Mikati - der ebenfalls als "hochrangiges Al-Qaida-Mitglied" bezeichnet wurde - und 8 weiteren "Komplizen" verhaftet worden. Der libanesische Generalstaatsanwalt Adnan Addoum bezeichnete al-Khatib bei einer Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch als "den Kopf der Al-Qaida-Organisation im Libanon".

Einer Erklärung des libanesischen Innenministeriums hinsichtlich al-Khatibs Tod zufolge litt er bereits am 21. September unter "Atembeschwerden". Daraufhin sei er von einem Arzt behandelt worden. Am Montag sei er erneut erkrankt und an einem "schweren" Herzanfall gestorben.

Mitarbeiter des Bahanes-Krankenhauses, 30 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Beirut, sagten, al-Khatib sei am Morgen aufgrund eines Herzanfalls eingeliefert worden, verstarb dann aber am Nachmittag an einem zweiten.

Ein Bericht des britischen Guardian vom 1. Juni, der sich mit den Foltervorfällen im irakischen Gefängnis Abu Ghurayb beschäftigte, zeigt allerdings, daß diese "Diagnose" nur sehr bedingt glaubwürdig ist.

Eine hochrangige Quelle innerhalb des Iraqi Assistance Centre ("Irakisches Unterstützungszentrum") - eine von den Besatzern eingerichtete Behörde, die den Angehörigen von getöteten Irakern "Entschädigungen" auszahlt - sagte, daß US-Militärärzte regelmäßig die Diagnose "Herzanfall" auf den Totenscheinen von Gefangenen vermerkten.

"Es ist erstaunlich. Sie sind alle Opfer von Herzanfällen. Sie schreiben sogar Herzanfall, wenn der Gefangene erschossen worden ist. Wir haben dutzende solche Fälle", sagte die Quelle. "Unser Anwalt kennt die Formulierung Herzanfall und ihre wahre Bedeutung."

Es ist kaum anzunehmen, daß diese "Diagnose" nicht auch im Libanon gestellt werden kann.





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