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Simona Torretta befürwortet Widerstand
01.10.2004








Am Freitag veröffentlichte die italienische Corriere della Sera ein Interview mit Simona Torretta, die drei Wochen lang von einer irakischen Gruppe gefangengehalten worden war und am Dienstag freigelassen wurde.

Mit ihren in dem Interview gemachten Aussagen rückt sie nicht nur den irakischen Widerstand und ihre "Entführer" in ein anderes Licht, sondern stellt auch die Politik des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi direkt in Frage.

Auf die Frage, ob sie die Gefangennahmen von Zivilisten für gerechtfertigt hält, sagte sie: "Ich unterscheide zwischen Terrorismus und Widerstand. Der Guerillakrieg ist gerechtfertigt, aber ich bin gegen die Entführung von Zivilisten."

Während sie bedauerte, sollte tatsächlich ein Lösegeld - Gerüchten zufolge von bis zu einer Million Euro - für ihre und die mit ihr gefangengehaltene Simona Pari gezahlt worden sein, so läßt ihre Erzählung über die Zeit ihrer Gefangenschaft hieran doch erhebliche Zweifel wachsen.

Auch forderte sie einen umgehenden Abzug der im Irak stationierten italienischen Soldaten. Auf die Frage "Müssen die italienischen Soldaten aus dem Irak abgezogen werden?" antwortete sie: "Ja, ohne Zweifel. Ich habe das vor der Entführung bekräftigt und wiederhole es heute."

Zwar waren ihre "Entführer" ihren Worten nach unerbittlich und sie hatte mehrere Tage lang die Befürchtung, im nächsten Moment getötet zu werden, anscheinend waren sie allerdings stark religiös orientiert und zumindest anfangs davon überzeugt, daß es sich bei den beiden Frauen um "Spione" gehandelt hat. So wurde sie in den ersten Tagen detailliert nach ihren Aufgaben, ihrer Organisation und ihrer Einstellung zum Islam und Kontakten zu Muslimen befragt. Nachdem ihre Angaben offenbar überprüft worden waren, wurden die Frauen deutlich besser behandelt. Sicherlich nicht zuletzt aufgrund ihres Glaubens behandelten die Männer sie daraufhin sehr rücksichtsvoll. Als einer der Männer sie versehentlich leicht am Fuß verletzte, wurden ihm daraufhin von den anderen Vorwürfe gemacht. Während ihrer Gefangenschaft seien sie im Islam unterrichtet worden und bei der Freilassung habe man ihnen jeweils einen Koran übergeben, so Simona Torretta.

Aufgrund dieser Darstellung erscheint es auch unwahrscheinlich, daß die Gerüchte, die beiden Frauen seien aufgrund einer Lösegeldzahlung freigelassen worden, zutreffen. Ihrer Ansicht nach wurden sie schließlich freigelassen, weil ihre "Entführer" zu der Überzeugung gelangt waren, daß sie tatsächlich weder direkt noch indirekt an der Besatzung des Iraks beteiligt waren.

Die "Regierung des irakischen Übergangspremierministers" Iyad Allawi bezeichnete Torretta als "eine Marionettenregierung in den Händen der Amerikaner". Die für den kommenden Januar geplanten Wahlen im Irak bezeichnete sie daher als "nicht rechtmäßig".

Sicherlich könnte man ihre Äußerungen als Symptome des Stockholm-Syndroms abtun, da sie diese Standpunkte allerdings schon vor ihrer Gefangenschaft vertreten hat scheint dies aber wenig wahrscheinlich.





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