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Die andere Propaganda
02.10.2004








AP berichtete am Samstag unter Berufung auf das US-Militär, daß bei dem Angriff auf die irakische Stadt Samarra bisher 1 US-Soldat getötet und 4 verwundet worden sind, während 125 Widerstandskämpfer getötet wurden.

Da auch die Widerstandskämpfer durchaus nicht nur im Besitz von Steinschleudern und Katapulten sind, erscheint dieses Verhältnis der Opfer kaum glaubwürdig.
Die dem irakischen Widerstand nahestehende Website AlBasrah veröffentlicht regelmäßig den "Bericht des irakischen Widerstands", der englische Übersetzungen von Meldungen anderer Websites zusammenfaßt, überwiegend von Mafkarat al-Islam, die nach eigener Aussage mehrere Korrespondenten in den betreffenden Städten besitzt.

Diese Reporter scheinen zum großen Teil mehr oder weniger ebenso in Widerstandsgruppen "eingebettet" zu sein, wie zahlreiche ihrer "westlichen" Kollegen in Einheiten der Besatzer. Der Wahrheitsgehalt dieser Meldungen ist daher sicherlich ebenso kritisch zu werten wie der ihrer Kollegen "auf der anderen Seite", ein Blick auf diese Meldungen ermöglicht es aber doch zumindest, sich durch die Bildung eines "Mittelwerts" der Wahrheit etwas anzunähern.

Daher hier nun ein Auszug aus dem "Bericht des irakischen Widerstands" vom Freitag, der den Angriff der US-Soldaten und "irakischen Soldaten" auf die Stadt Samarra behandelt.

"Gegen 16:00 Uhr Ortszeit am Freitagnachmittag stießen US-Streitkräfte, unterstützt durch ihre irakischen Handlanger-Soldaten, aus dem Norden, Süden und Westen auf die Stadt vor um zu versuchen, den Widerstand zu vertreiben, der die Stadt seit fast drei Monaten kontrolliert hat.

Nachdem die US-Soldaten ihren Ring um die Stadt geschlossen hatten, stellten sie überrascht fest, daß sich hinter ihren eigenen Streitkräften ein weiterer Ring befand. Der Widerstand hat sie wiederum eingekesselt, indem er seine Kontrolle über die Gegend als auch seine Stärke in den Regionen um Balad, ad-Dulu'iyah und ath-Tharthar zu seinem Vorteil nutzte.

Widerstandskräfte kesselten die angreifenden Amerikaner nicht nur ein, sondern beschossen sie mit Tariq-Raketen (mit einer Reichweite von 33 Kilometern) und Grad-Raketen (die eine Reichweite von 24 Kilometer haben) als auch mit Katyusha-Raketen (von denen die größeren eine Reichweite von 11,3 Kilometern, die kleineren von 8,3 Kilometern haben). Der Widerstand traf die Amerikaner mit 120-Millimeter Mörsergranaten (Reichweite 9,2 Kilometer) und 120-Millimeter Kanonen mit einer Reichweite von 7,2 Kilometern. Der Widerstand stieß ebenfalls auf Samarra vor und schloß seinen Ring während er die amerikanischen Angreifer beschoß.

Die US-Soldaten forderten Kampfhubschrauber an, um Stellungen des Widerstands anzugreifen. Aber die Hubschrauber gingen selbst wiederum in die Falle, da ihr Auftauchen sie zu einem leichten Ziel für Beschuß vom Boden machte, insbesondere, da es sich bei der Gegend um ein landwirtschaftliches Gebiet handelt, was es den Widerstandskämpfer ermöglichte, die Maschinen aus kurzer Entfernung zu beobachten ohne selbst entdeckt zu werden.

Gegen 19:25 Uhr wurde ein Black Hawk abgeschossen, der erste einer spektakulären Serie. Ihm folgte ein Cobra, dann ein weiterer Cobra.

Die US-Streitkräfte versuchten, ihren eigenen Vorstoß auf die Stadt zu beschleunigen, indem sie Soldaten westlich der Stadt von Hubschraubern absetzen ließen. Chinook-Hubschrauber übernahmen diese Aufgabe, aber auch sie wurden vom Widerstand angegriffen. Jeder Hubschrauber hatte schätzungsweise 10 Männer an Bord. Zwei Apache-Hubschrauber wurden außerdem nördlich der Stadt mit Strela- und C5K-Raketen und der vierläufigen 14,5-Millimeter Dimitrov abgeschossen.

Widerstandskämpfer zerstörten vier Abrams-Panzer, sieben Humvees und zwei gepanzerte Fahrzeuge. Der örtliche Korrespondent von Mafkarat al-Islam berichtet, daß insgesamt mindestens 82 irakische Marionettensoldaten und 65 US-Soldaten in der Schlacht getötet worden sind.

Danach zog das US-Militär seine Hubschrauber aus dem Gebiet zurück und forderte stattdessen F-16 und F-14 Kampfflugzeuge an, um die Stadt zu bombardieren.

Das Bombardement dauerte ununterbrochen acht Stunden lang an, während dieser Zeit wurden 13 große Container-Bomben, die jeweils 3.000 Anti-Personen-Streubomben enthalten (insgesamt 39.000 Streubomben) abgeworfen. Sechs Container mit Napalm von mittlerer bis großer Größe (insgesamt also 18.000 Napalmbomben), als auch zahlreiche gelenkte Bomben und infrarotgesteuerte Bomben.

Unter diesen Umständen begann der Widerstand, sich aus der Stadt zurückzuziehen, da befürchtet wurde, die Zivilbevölkerung würde durch die US-Feuerkraft massakriert werden. Im Gegenzug rückten die USA vor und "sicherten das Land", besetzten also jedes Stück Land und stationierten dort Einheiten.

Der Widerstand zog sich in das Gebiet um ad-Dulu'iyah und al-Makishifiyah zurück. Aber dann, nachdem die US-Soldaten und ihre Marionettensoldaten in die Stadt vorgedrungen waren, begann der Widerstand, sie einzukesseln und zwang so die Amerikaner und ihre Handlanger praktisch, sich an den Rand der Stadt zurückzuziehen.

Kurz gesagt berichtete der Korrespondent von Mafkarat al-Islam in Samarra in einer Meldung um 00:55 Uhr Ortszeit am Samstag, daß der Widerstand ungefähr 70 Prozent der Stadt hält, während die USA und ihre Handlanger ungefähr 30 Prozent halten. Zu dem Zeitpunkt gab es weiterhin Kämpfe und US-Streitkräfte verhinderten weiterhin, daß Nahrungsmittel und Medikamente in die umzingelte Stadt gelangten.

Der Korrespondent schrieb, daß bis zu dem Zeitpunkt 115 Zivilisten durch den US-Angriff getötet wurden, es war aber anzunehmen, daß diese Zahl steigen würde, da es noch zahlreiche Häuser gab, die über ihren Bewohnern in die Luft gejagt worden waren. Mindestens 154 Männer, Frauen und Kinder wurden verwundet. Zwischen 23 und 25 Widerstandskämpfer wurden getötet und weitere verletzt."

Einige der genannten "Fakten" zeigen, daß der Bericht keineswegs vollständig vertrauenswürdig ist, so enthält eine - hier vermutlich angesprochene - CBU-24 650 und nicht 3.000 Streubomben. Andererseits ist aber tatsächlich schon Napalm im Irak von den USA eingesetzt worden, so daß diese Behauptung nicht zu widerlegen ist.





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