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"Eine Einladung an Terroristen"
03.10.2004








Einem Bericht des britischen Independent vom Sonntag zufolge sind starke Zweifel an der Behauptung der USA angebracht, es solle verhindert werden, daß Massenvernichtungswaffen in die Hände von Terroristen fallen.

Derzeit werden über 136 Kilogramm waffenfähiges Plutonium, die aus dem US-Atomwaffenzentrum Los Alamos stammen, auf zwei britischen Schiffen nach Frankreich gebracht. An Land wird das Material weitere 800 Kilometer bis nach Cadarache in der Provence transportiert werden. John Large, ein unabhängiger Nuklearexperte, bezeichnete den Transport als "die bisher größte Versendung von waffenfähigem Plutonium überhaupt".

Das Unternehmen British Nuclear Fuels, der Eigner der beiden Schiffe Pacific Teal und Pacific Pintail, wollte keine Angaben zu ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen machen, diese sind aber offenbar angesichts der möglichen Gefährdung kaum vorhanden. So sollen die Schiffe bei der Atlantiküberquerung nur jeweils mit einem einzigen 30-Millimeter Maschinengewehr bewaffnet gewesen und von 13 "Spezial-Atomenergie-Polizisten" bewacht worden sein.

Berichten zufolge wurden die Schiffe auf dem letzten Stück bis zum Hafen Cherbourg von einem französischen Kriegsschiff begleitet und die US-Regierung sagte, sie habe die Schiffe innerhalb der Hoheitsgewässer der USA von einer "Kombination aus Küstenwachtschiffen, Booten, Flugzeugen und anderen Einheiten der örtlichen Behörden und der Marine" begleiten lassen.

Offenbar wurde nicht einmal besonderer Wert auf die Geheimhaltung des Transports gelegt, da das "Esperanza" der Umweltschutzorganisation Greenpeace die Schiffe in der vergangenen Nacht verfolgt hat.

Wenn es Greenpeace gelingt, den Kurs und den Zeitplan in Erfahrung zu bringen, so sollte dies für Terroristen, wenn sie tatsächlich wie von Regierungen immer wieder beschrieben über große Geldmittel und ein weltweit gespanntes Netz verfügen, erst recht ein leichtes sein.

Aus 136 Kilogramm Plutonium lassen sich problemlos 20 Atombomben herstellen, abhängig von der Konstruktion auch noch wesentlich mehr.

Dieser Transport wird aber erst der Anfang sein. Im Rahmen der atomaren Abrüstung der USA und Rußlands werden in den kommenden Jahren beide Länder jeweils 34 Tonnen waffenfähiges Plutonium in entsprechenden Fabriken zu Kernbrennstäben umwandeln. Den Verträgen zufolge müssen jährlich mindestens zwei Tonnen des Materials entsprechend behandelt werden. Zwar betont die US-Regierung, daß es sich bei diesem Transport um einen einmaligen Vorgang handelt und die Verarbeitung in Zukunft in einer Anlage in den USA erfolgen soll, die Aussage "es ist geplant" als auch dieser Transport zeigen aber, daß die USA von der Verwirklichung dieser "Pläne" noch weit entfernt sind.

In Rußland ist die Situation keineswegs besser. Dort wird das Plutonium bis zu 2.000 Kilometer weit transportiert werden.

Dr. Frank Barnaby, ein früherer Atomwaffenexperte und derzeitiger Direktor des Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstituts nannte die Pläne "eine Einladung an Terroristen, sich Atomwaffen zu besorgen".





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