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Die gewollte Angst
06.10.2004








Am Mittwoch veröffentlichte der Stern einen Artikel, demzufolge der "Terrorboss" al-Zarqawi "seine Gefolgsleute in Deutschland angeleitet und unter Druck gesetzt" habe, in Deutschland Anschläge zu verüben.

Der Sender n-tv titelte unter Berufung auf die Stern-Meldung mit "El Sarkawi drängt Anhänger - will Anschläge in Deutschland".

Focus Online schreibt dazu: "Der brutalste Terrorist im Irak hat offenbar höchstpersönlich Gefolgsleute in Deutschland zu Anschlägen in der Bundesrepublik gedrängt."

All diese Überschriften und Einleitungen erwecken den Anschein, als wäre ein Anschlag in Deutschland unmittelbar zu befürchten. Liest man die Meldungen allerdings vollständig, so stellt sich heraus, daß der Stern sich hier auf "Protokolle abgehörter Telephongespräche" vom April 2002 bezieht.

Diese abgehörten Gespräche hatten schon längst zur Zerschlagung der betreffenden "Terrorzelle" geführt. Bereits im November 2003 wurde Shadi Moh'd Mustafa Abdallah, einer der Männer, zu vier Jahren Gefängnis wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, wegen Paßfälschung und der Planung von Anschlägen in Deutschland verurteilt.

Trotz der von Abdallah gemachten "umfangreichen Angaben zu der Gruppe von Abu Musab al-Zarqawi, Al-Qaida und afghanischen Ausbildungslagern" - was sich für ihn strafmildernd auswirkte - sind bisher keine weiteren Mitglieder seiner "Organisation" verurteilt worden. Allerdings stehen derzeit noch vier weitere Männer seit Februar dieses Jahres vor Gericht, ein Urteil wird frühestens für den Dezember erwartet.

Daß der vorgebliche fundamentalistische islamistische Terrorist Abdallah bei seiner Verhaftung an einer Krefelder Bushaltestelle auf einer vollen Bierkiste gesessen hat macht den Fall dabei kaum glaubhafter.

Letztlich ist es aber völlig unerheblich, ob Abdallah tatsächlich ein Terrorist ist, der die "Strafe verdient", wie er bei Prozeßende sagte, oder doch eher nur versucht hat, mit dem Verkauf gefälschter Ausweise und Waffen Geld zu verdienen. Viel bemerkenswerter ist, daß nun, nur wenige Tage, nachdem selbst Mitarbeiter des US-Geheimdienstes zugegeben haben, daß al-Zarqawi "mehr Mythos als Mensch" ist über diese vermeintlich neue Bedrohung berichtet wird.





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