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Bombenhagel auf Fallujah
15.10.2004








In der Nacht zum Freitag, nur wenige Stunden nach zwei Bombenexplosionen in der "Grünen Zone" in Baghdad, hat das US-Militär mit einem schweren Angriff auf die irakische Stadt Fallujah begonnen, berichtete AP.

Kampfflugzeuge und Artillerie bombardierten die Nacht über die Stadt. Bereits am späten Donnerstag gab es erste Berichte von Anwohnern, die vom schwersten Bombardement seit Beginn der vorgeblichen "Präzisionsschläge" der USA gegen die Stadt sprachen.

Dabei sind mindestens 5 Menschen getötet und 16 weitere verletzt worden, berichtete Al-Jazeera unter Berufung auf Krankenhausquellen.

Major Francis Piccoli, Sprecher der 1st Marine Expeditionary Force, sagte gegenüber AP, daß außerdem zwei Bataillone der US-Marines - also zwischen 1.000 und 2.000 Soldaten - angriffen. Er wollte keine Informationen darüber geben, ob dies bereits der Beginn einer Großoffensive gegen die Stadt ist. Dies scheint allerdings unwahrscheinlich, da dies letzten Informationen zufolge erst nach den Präsidentschaftswahlen in den USA im November geschehen soll.

Auch ist nicht klar, ob es sich bei dem Angriff um eine spontane Racheaktion für den Bombenangriff in der "Grünen Zone" handelt oder ob dies schon länger geplant war, da am Freitag der Fastenmonat Ramadan beginnt.

Ein weiterer möglicher Auslöser ist der Zusammenbruch der Verhandlungen zwischen der Führung der Stadt und der "irakischen Übergangsregierung" nachdem der "Übergangspremierminister" Iyad Allawi die Bewohner Fallujahs aufgefordert hatte, Abu Musab al-Zarqawi auszuliefern. Dies wurde von Repräsentanten der Stadt als "unmögliche Bedingung" bezeichnet. Nach Angabe von Abu Ahmad, eines der Abgesandten, standen die Verhandlungen vor Allawis unerwarteter Forderung kurz vor einem Durchbruch. "Im Grunde hat er uns gesagt, daß er nicht verhandeln will, also haben wir die Gespräche von uns aus ausgesetzt", sagte er.

"Da wir alle friedlichen Lösungen ausgeschöpft haben, ist die Stadt nun bereit, zu den Waffen zu greifen und ihre Religion und Ehre zu verteidigen und hat keine Angst vor Allawis Erklärungen", so Abu Assad, Sprecher des religiösen Rates der Stadt gegenüber Al-Jazeera. "Wir haben keine Angst vor Allawis Erklärungen oder der amerikanischen Soldaten. Die Regierung ist jetzt ein [amerikanischer] Agent, der daran arbeitet, es den amerikanischen Soldaten zu erleichtern, die Stadt zu betreten und zu tun, was sie wollen."

"Die Militäroperationen hörten nicht einmal auf, als die Verhandlungsdelegation in Baghdad war", so Assad. "Dutzende werden jeden Tag getötet. Ganze Familien sind ausgelöscht worden."





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