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Annan kritisiert Irakkrieg
17.10.2004








In einem Interview gegenüber dem britischen Fernsehsender ITV hat der UN-Generalsekretär Kofi Annan den Angriffskrieg auf den Irak scharf kritisiert.

"Ich kann nicht sagen, daß die Welt sicherer ist, wenn man die Gewalt um uns herum in Betracht zieht, wenn man sich umsieht und die Terroranschläge überall auf der Welt sieht und sieht, was im Irak passiert", so Annan.

Annan widersprach auch dem Abschlußbericht der "Iraq Survey Group", den US-Waffeninspektoren, die nach Massenvernichtungswaffen - dem früheren Hauptgrund für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf den Irak - gesucht hatten, dem zufolge der frühere irakische Präsident Saddam Hussein unter anderem Frankreich, Rußland und China im Gegenzug für irakische Öllieferungen bereit gewesen seien, die Sanktionen gegen den Irak zu lockern.

Dem Bericht nach hatte Hussein das Öl-für-Nahrungsmittel-Programm der Vereinten Nationen dazu genutzt, die Unterstützung mehrerer Länder im Sicherheitsrat für die Lockerung der Sanktionen gegen sein Land zu gewinnen.

"Ich glaube nicht, daß es sich die russische oder die französische oder die chinesische Regierung erlauben würden, sich kaufen zu lassen, weil einige ihrer Unternehmen Verträge mit den irakischen Behörden erhielten. Ich glaube das in keinster Weise", sagte Annan. "Ich halte das für undenkbar, das sind ernstzunehmende und wichtige Regierungen. Wir reden hier nicht von Bananenrepubliken."

Auch warnte Annan die USA vor militärischen Handlungen gegenüber dem Iran. "Eine solche Operation zu unternehmen, wäre überhaupt nicht hilfreich. Ich will gar nicht darüber nachdenken, weil es sehr unklug wäre", so Annan.

Zwar sind Annans Äußerungen sicherlich bemerkenswert, da sie den US-geführten Angriffskrieg ein weiteres Mal offen kritisieren, andererseits handelt es sich hierbei allerdings nur um leere Worte, solange dies keinerlei Konsequenzen nach sich zieht. Da die USA im UN-Sicherheitsrat - der einzigen Institution innerhalb der Vereinten Nationen, die verbindliche Sanktionen beschließen kann - ein Vetorecht besitzt, wird sich dieser Zustand mit Sicherheit in absehbarer Zeit nicht ändern.





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