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USA behalten im Irak alleinige Kontrolle
19.10.2004








Wie die US-Zeitung Newsday am Montag berichtete, haben die USA im vergangenen Monat ein Angebot zur Entsendung einer multinationalen arabischen Einheit zum Schutz der Vereinten Nationen im Irak abgelehnt.

Unter Federführung Saudi-Arabiens war angeboten worden, daß eine Einheit von mehreren hundert Soldaten, die aus arabischen und muslimischen Ländern stammen, in den Irak entsandt wird, um den Schutz der UN zu gewährleisten und so ihre Rückkehr in das Land zu ermöglichen. Damit wäre die Forderung des UN-Generalsekretärs Kofi Annan nach einer Spezialeinheit zum Schutz der UN - die er als Bedingung für eine Rückkehr bezeichnet - erfüllt worden.

Sowohl Annan als auch die "irakische Übergangsregierung" hatten dem Plan mittlerweile zugestimmt. Die USA wollten dies allerdings nur akzeptieren, wenn die Einheit unter dem Oberbefehl des US-Militärs stünde, was für den größten Teil der teilnehmenden Länder nicht akzeptabel war.

"Muslimische Länder, die bereit waren, Soldaten zur Verfügung zu stellen, waren nicht bereit, sie unter das Kommando der US-geführten Koalition zu stellen", sagte ein anonym bleiben wollender hochrangiger irakischer Sicherheitsbeamter. "In vielen dieser Länder gab es zuviel öffentlichen Druck, als daß ihre Regierungen es hätten rechtfertigen können, ihre Soldaten unter US-Kontrolle zu stellen."

Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte am Freitag, der Hauptgrund für das Scheitern des Plans sei Widerstand der "irakischen Übergangsregierung" gegenüber der Stationierung von Soldaten aus umliegenden Ländern im Irak gewesen. Tatsächlich war dieses Problem allerdings bereits gelöst worden. Die saudische Führung hatte zugesichert, daß keine Soldaten aus Ländern stammen würden, die an den Irak angrenzen. Saudi-Arabien wollte das Vorhaben und möglicherweise einige der beteiligten Länder stattdessen finanziell unterstützen. Der "irakische Übergangspremierminister" Iyad Allawi hatte selbst Anfang Juli Briefe an über ein dutzend arabische und muslimische Länder gesandt, in denen er um die Entsendung von Soldaten bat. Auch besuchte er im Juli und August mehrere Länder, um dieser Bitte persönlich Nachdruck zu verleihen.

Durch diesen Ausschluß entfielen Saudi-Arabien, Kuwait, der Iran, die Türkei, Syrien und Jordanien. Zahlreiche andere Länder hatten allerdings einem ungenannten saudischen Beamten zufolge "ernsthaftes Interesse" an einer Teilnahme signalisiert. Hierzu gehörten Bangladesh, Malaysia, Algerien, Marokko und auch Pakistan. Pakistan war demnach bereit, mehrere hundert Soldaten zu entsenden - wenn auch der pakistanische Präsident Pervez Musharraf darauf bestand, daß zuerst andere Länder Soldaten entsenden müßten. Weiterhin waren die Regierungen von Bahrain, Ägyten, Tunesien und Oman von saudischen Diplomaten um Mithilfe gebeten worden.

Aufgrund des von Beginn an von Seiten der USA geäußerten Widerstands gegenüber Soldaten, die nicht unter dem Oberbefehl des US-Militärs stünden, schlug die saudische Führung bei den Verhandlungen auch vor, die Soldaten statt den Vereinten Nationen der "irakischen Übergangsregierung" zu unterstellen. Dieser Vorschlag wurde zwar erwartungsgemäß von Allawi sehr positiv aufgenommen, die USA lehnten aber auch dies ab.

"Die Amerikaner wollten die absolute Kontrolle und das hat es unmöglich gemacht, daß es funktionierte", so der irakische Beamte.

Die Weigerung der USA, das Angebot Saudi-Arabiens zu akzeptieren obwohl die "irakische Übergangsregierung" es annehmen wollte, zeigt, daß die USA nach wie vor die wahren Herrscher im Irak sind und sich in dieser Rolle keinesfalls einschränken lassen wollen. Darüberhinaus haben sie offensichtlich keinerlei Interesse daran, daß die UN in den Irak zurückkehren.





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