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"Sie waren keine Wilden"
19.10.2004








Der am Dienstag freigelassene australische Journalist, der fast einen Tag lang im Irak gefangengehalten worden ist, hat in ersten Aussagen nach seiner Freilassung wie schon die Italienerin Simona Torretta das in den Medien vorherrschende Bild der irakischen "Entführer" angegriffen.

John Martinkus, ein freier Journalist, war am Sonntag gegen 13:00 Uhr freigelassen worden, nachdem er 20 Stunden zuvor in Baghdad auf offener Straße gefangenengenommen - die Bezeichnung "entführt" scheint angesichts des Verhaltens seiner "Entführer" nicht wirklich passend - worden war.

Er berichtete, daß er mit dem Tod bedroht worden war, nachdem aber seine Unabhängigkeit festgestellt worden war, sei er mit Respekt behandelt worden.

"Diese Leute... [sind] nicht dumm", sagte er.

"Sie führen einen Krieg, aber sie sind keine Wilden."

"Sie töten nicht einfach willkürlich Menschen."

"Sie sprechen mit einem, sie denken über Dinge nach."

"[Aus ihrer Perspektive] gab es einen Grund [den britischen Gefangenen Kenneth] Bigley zu töten, es gab einen Grund, die Amerikaner zu töten; es gab keinen Grund mich zu töten und glücklicherweise konnte ich sie davon überzeugen", so Martinkus, nachdem er in Sydney angekommen war.

Auf die Frage, ob der Irak sich auf dem Weg der Besserung befinde, sagte er "Nein, er ist auf dem Weg in die Scheiße." Trotzdem will er in den Irak zurückkehren.

Auch forderte er eine persönliche Entschuldigung des australischen Außenministers Alexander Downer. Downer hatte am Vortag gesagt, Martinkus sei gefangengenommen worden, als er entgegen ausdrücklicher Warnungen in ein gefährliches Gebiet Baghdads gegangen sei.

"Alexander Downer hat keine Ahnung von Geographie", sagte Martinkus. "Tatsächlich befand ich mich auf der anderen Straßenseite gegenüber der australischen Botschaft als ich entführt wurde."

"Er sollte sich bei mir entschuldigen - persönlich."

Mike Carey, der Produktionsleiter des Senders SBS, für dessen Sendung Dateline Martinkus derzeit arbeitete, sagte, seine "Entführer" hätten ihn im Internet überprüft und festgestellt, daß er harmlos war.

"Sie suchten mit einer Suchmaschine nach ihm und kamen auf seine eigene Website oder die Website seines Verlegers und sahen, daß er Autor und Journalist ist", so Carey. "Sie hatten geglaubt, er würde als Informant für die Amerikaner arbeiten.





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