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Propagandakrieg geht weiter
20.10.2004








Ein Bericht der New York Times vom Mittwoch belegt ein weiteres Mal die tiefen Gräben zwischen der US-Regierung und der CIA.

So berichtete die Zeitung unter Berufung auf "Beamte des Geheimdienstes", daß die CIA derart davon überzeugt war, daß die irakische Bevölkerung die US-Soldaten freudig willkommen heißen würde, daß ein CIA-Beamter vorschlug, hunderter kleiner USA-Flaggen in den Irak zu schmuggeln, damit diese rechtzeitig für die Begrüßung der ankommenden US-Soldaten bereit wären. Die jubelnden Massen hätten dann gefilmt werden und so als Propagandaerfolg in der arabischen - aber sicherlich auch in der restlichen - Welt dienen sollen.

Dies sei von dem Oberkommandierenden der Bodentruppen, Generalleutnant David McKiernan, abgelehnt worden. Die CIA sei aber derart sicher gewesen, daß die Soldaten freudig erregt begrüßt würden, daß sie stattdessen die Verteilung irakischer Flaggen plante.

"Zuerst waren es US-Flaggen", sagte ein ehemaliger Stabsoffizier, der bei der Sitzung anwesend war, "und dann sollten es irakische Flaggen sein. Die Flaggen liegen wahrscheinlich noch irgendwo in einem Sack herum. Eine der Städte, von denen sie sagten, wir würden willkommen geheißen war Nasiriya, wo die Marines mit die schwersten Kämpfe in dem Krieg erlebten."

Bei genauerem Hinsehen ist der Eindruck nur zu offensichtlich, daß es sich hier um eine weitere Episode der gegenseitigen Schuldzuweisung zwischen dem Weißen Haus und der CIA hinsichtlich der Schuldfrage an den fehlgeschlagenen Plänen für die Besetzung des Iraks handelt.

Tatsächlich geht der Artikel aber noch weiter und behauptet, die CIA habe übersehen, daß "große Waffenlager" in Schulen und Moscheen angelegt worden seien. Als Gründe für die Schwierigkeiten im Irak sieht der Artikel unter anderem auch, daß die CIA "fälschlicherweise angenommen hat, daß die irakische Polizei professionell ausgebildet worden ist". Inwiefern dies zu dem sonst üblicherweise gezeichneten Bild eines diktatorischen Polizeistaats paßt, in dem ein falsches Wort gegen Saddam Hussein ausreichte, um für immer in einem Foltergefängnis zu verschwinden, erschließt sich wohl nur dem Autor des Berichts Michael R. Gordon und der New York Times.





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