www.Freace.de
Impressum


Nachrichten, die man nicht überall findet.




Angriffe auf irakisches Öl
02.11.2004








Wie die Agenturen am Dienstag meldeten, ist es zu mehreren, offenbar koordinierten Angriffen auf die nordirakische Ölindustrie gekommen. Als Folge ist der Ölexport aus der Region um die Stadt Kirkuk praktisch zum Erliegen gekommen.

Nach Angaben von Beamten der staatlichen "North Oil Company" zerstörte der erste Angriff in der Nacht zum Dienstag einen Abschnitt einer Pipeline im Gebiet Riyadh, 65 Kilometer südwestlich von Kirkuk.

Danach folgten zwei weitere Angriffe. Einer von ihnen traf im Nordwesten der Stadt Qushqaya eine Pipeline, die das Ölfeld Bai Hassam und die Hauptexportpipeline, die bereits im ersten Angriff getroffen worden war, verbindet.

"Wir haben vorerst jeden Durchfluß beendet. Das Feuer in Qushqaya bedeckt eine Fläche von ungefähr einem Quadratkilometer. Das Feuer an der Exportpipeline ist ebenfalls groß", so ein Beamter. "Technisch ist das System stillgelegt worden."

Einem AP-Bericht zufolge richtete sich der dritte Angriff gegen einen der Hauptbohrtürme im Ghabaza-Ölfeld.

"Diesen Abend fand ein Sabotageakt gegen eine unserer wichtigsten Ölquellen statt und dies wird unsere Rohölproduktion im Norden vermindern", so ein Ingenieur der North Oil Company.

Der Ölexport im Norden ist allerdings noch nicht vollständig zum Erliegen gekommen, da einerseits einige kleinere Ölfelder über eine andere Pumpstation in Tikrit noch Öl zum Mittelmeerhafen Ceyhan in der Türkei liefern, andererseits dort auch noch Vorräte von ungefähr 3,5 Millionen Barrel lagern. Da die Exportmenge vor den Angriffen bei täglich ungefähr 300.000 Barrel lag und am Dienstag ein Tanker ExxonMobils 700.000 Barrel einladen wird, würde ein weiterer Angriff auf die verbleibende Pipeline den Export in kürzester Zeit allerdings vollständig beenden.

Zwar ist derzeit noch nicht abzuschätzen, wie groß die Zerstörungen tatsächlich sind, der Bericht einer brennenden Fläche von einem Quadratkilometer erweckt allerdings kaum den Anschein eines schnell zu reparierenden Schadens, zumal Filmaufnahmen eines Kamerateams von Reuters zeigten, daß nicht einmal Feuerwehrmannschaften anwesend waren.

Bisher ist der Ölpreis in Reaktion auf die Angriffe zwar nicht gestiegen, dies dürfte allerdings vorrangig an der derzeitigen Präsidentschaftswahl in den USA liegen.





Zurück zur Startseite





Impressum

contact: EMail