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Arundhati Roy spricht erneut offen
03.11.2004








Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy hat erneut scharf den Irakkrieg und die dafür Verantwortlichen kritisiert.

Am Dienstag wurde sie deshalb einer AFP-Meldung vom Dienstag zufolge von mehreren australischen Kritikern angegriffen, die die Ansicht vertraten, sie habe durch ihre Aufforderung an die Menschen "der irakische Widerstand zu werden" das Recht auf den australischen Friedenspreis, den sie in dieser Woche gewonnen hat, verwirkt.

Ihre Aufforderung war im vergangenen Monat in einer Sendung des australischen Fernsehsenders ABC gefallen. Am Mittwoch nun verteidigte sie diese Aussage in einer Sendung von ABC Radio.

"Man hat sie nicht gedrängt, in die Armee einzutreten, sondern der Widerstand zu werden, Teil zu werden dessen, was gewaltloser Widerstand gegen eine sehr gewalttätige Besatzung ist", sagte Roy und fügte hinzu, daß der Begriff "Widerstand" neu definiert werden müsse.

"Wir können nicht voraussetzen, daß Widerstand Terrorismus bedeutet, denn das würde der Besatzung direkt in die Hände spielen", so Roy weiter.

Wie AP berichtete, bezeichnete sie den derzeitigen und neuesten Informationen zufolge wahrscheinlich auch zukünftigen US-Präsidenten George W. Bush und den britischen Premierminister Tony Blair wegen des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak als "Kriegsverbrecher".

Sie wies darauf hin, daß Menschen, die ein Visum für Australien beantragen, in dem Formular angeben müssen, ob sie jemals Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.

"Würden George Bush und Tony Blair Visa für Australien bekommen?", fragte sie in einer Ansprache anläßlich der Preisverleihung. "Den Grundsätzen des internationalen Rechts zufolge müßten sie sich mit Sicherheit als Kriegsverbrecher bezeichnen."

Hinsichtlich der Präsidentschaftswahlen in den USA zeigte sie sich desillusioniert. Es sei naiv zu glauben, die Welt würde sich ändern, wenn die derzeitigen Oberhäupter in Washington und London ihre Ämter verlieren würden. "Die Tragödie ist, daß ihre politischen Gegner sich nicht wirklich mit ihnen wegen ihrer Politik streiten", sagte sie.

"Das Gift und die Galle des US-Wahlkampfes war, wer ein besserer Oberkommandierender und besserer Manager des amerikanischen Imperiums wäre", so Roy, die den Irakkrieg als "einen der feigsten aller jemals geführten Kriege" bezeichnete.

Auch rief sie die australische Bevölkerung dazu auf, eine Liste aller Unternehmen zusammenzustellen, die von dem Krieg profitieren und diese für zivilen Ungehorsam gegen diese Firmen zu nutzen.

"Ihr könnt sie aufzählen, boykottieren, ihre Büros besetzen und sie zwingen, das Geschäft aufzugeben", sagte sie.





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