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Annan warnt in Brief vor Großoffensive
05.11.2004








Wie die Los Angeles Times am Freitag berichtete, hat der UN-Generalsekretär Kofi Annan in einem Brief den US-Präsidenten Geore W. Bush, den britischen Premierminister Tony Blair und den "irakischen Übergangspremierminister" Iyad Allawi vor einer Großoffensive auf die irakische Stadt Fallujah (Falludscha) gewarnt.

Ein solches Vorgehen würde demnach seiner Ansicht nach die Durchführung der für kommenden Januar im Irak geplanten Wahlen behindern.

So sagte er AP zufolge, daß militärische Angriffe, bei denen die Hauptlast von amerikanischen Streitkräften getragen würde" möglicherweise Iraker davon abhalten würde, an den geplanten Wahlen teilzunehmen. Vielmehr sei ein politischer Prozeß notwendig, der Gruppen einbezieht, die an der bisherigen "irakischen Übergangsregierung" nicht beteiligt sind.

"Die Drohung des Einsatzes tatsächlicher Gewalt stellt nicht nur eine Gefahr dar, das Gefühl der Entfremdung bestimmter Gemeinden zu vergrößern, sondern würde außerdem die Wahrnehmung innerhalb der irakischen Bevölkerung von einer andauernden militärischen Besatzung verstärken", so Annan.

Al-Jazeera meldete, daß ein Sprecher der UN jeglichen Kommentar zu dem Brief Annans verweigerte. "Wir haben hinsichtlich der privaten Kommunikation zwischen dem Generalsekretär und Staatsführern nichts zu sagen", sagte er.

Die Empfänger des Briefs zeigten sich mehrheitlich verärgert. So sagte der britische Botschafter Emyr Jones Parry: "Das ist eine Angelegenheit der Regierung des Iraks." Seiner Ansicht nach haben die UN aufgrund ihres Rückzugs aus dem Irak das Recht verloren, ihre Meinung zu äußern. "Es ist leicht für jene, die nicht im Irak sind, das überwältigende Interesse der Iraker an Sicherheit zu unterschätzen. Es kann nicht ein Gebiet so groß wie Fallujah geben, dem erlaubt wird, eine Basis des Terrorismus zu sein", sagte er.

Einige Diplomaten sagten, Allawi sei angesichts des Briefes "wütend" gewesen. Der neue UN-Botschafter des Iraks versuchte einen Gesprächstermin mit Annan zu bekommen, um ihm vorzuwerfen, daß sich die Vereinten Nationen einmischten.

Diese Reaktionen machten die Ablehnung dieser Länder gegenüber der Institution "Vereinte Nationen" nur zu deutlich.

Der "irakische Präsident" Ghazi Ajil Yawer andererseits kritisierte ebenfalls die unmittelbar bevorstehende Großoffensive gegen die irakischen Widerstandskämpfer. Ein Angriff auf Fallujah sei seiner Meinung nach nicht notwendig. "Die Art, wie die Koalition die Krise behandelt ist falsch", sagte er gegenüber einer kuwaitischen Zeitung. "Es ist, als würde jemand auf sein Pferd schießen, um eine darauf gelandete Fliege zu töten. Die Fliege fliegt weg und das Pferd stirbt", so Yawer.

Währenddessen meldete Reuters am Freitag, daß das US-Militär die Zivilbevölkerung Fallujahs mit Lautsprechern aufforderte, die Stadt zu verlassen. Andererseits küdigten sie aber auch an, alle Männer im Alter von weniger als 45 Jahren zu verhaften, die versuchen würden, die Stadt zu betreten oder eben auch zu verlassen.





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