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US-Soldaten erschießen Flüchtlinge
15.11.2004








Der AP-Photograph Bilal Hussein berichtete am Sonntag, er habe mit eigenen Augen gesehen, wie Iraker, die aus der Stadt Fallujah flüchten wollten, von US-Soldaten erschossen wurden.

Er 33-Jährige hatte vor dem Beginn der US-Großoffensive gegen seine Heimatstadt geplant, dort zu bleiben, um von der anderen Seite der Belagerung zu berichten.

"Jeder in Fallujah wußte, daß es kam. Ich habe tagelang Bilder gemacht", sagte er. "Ich dachte ich könnte damit weitermachen."

In den folgenden Tagen begann das schwere Bombardement der Stadt durch das US-Militär und verwandelten den Stadtteil Jolan, in dem er lebte, in ein Trümmerfeld.

"Die Zerstörung war überall. Ich sah Menschen tot auf den Straßen liegen, Verwundete bluteten und es gab niemanden, um zu kommen und ihnen zu helfen. Selbst die Zivilisten in Fallujah waren zu verängstigt, um hinauszugehen", sagte er. "Es gab tagelang keine Medikamente, Wasser, keinen Strom oder Lebensmittel."

Nachdem es am Dienstagnachmittag in dem Stadtteil zu schweren Kämpfen zwischen Widerstandskämpfern und US-Soldaten kam, beschloß er zu fliehen.

"US-Soldaten begannen auf die Häuser zu feuern und so entschied ich, daß es zu gefährlich war, in meinem Haus zu bleiben", berichtete Hussein. Er beschloß dann in Panik, den Euphrat durchschwimmen zu wollen, um die Stadt zu verlassen.

"Ich habe nicht wirklich nachgedacht", sagte er. "Ich mußte nur noch raus kommen. Ich glaubte, es würde keine andere Möglichkeit geben." Seine Kamera und sein Satellitentelephon ließ er in dem Haus zurück.

Schließlich erreichte er den Fluß, verwarf allerdings seinen Plan, als er sah, was dort vorsichging.

"Ich beschloß zu schwimmen ... aber ich änderte meine Meinung nachdem ich sah, wie US-Hubschrauber auf Menschen, die versuchten den Fluß zu überqueren, schossen und sie töteten", so Hussein.

Er selbst hat mitangesehen, wie eine fünfköpfige Familie bei dem Versuch der Flußüberquerung erschossen wurde. Anschließend half er "mit meinen eigenen Händen einen Mann am Flußufer zu begraben."

"Ich ging zwei Stunden lang weiter den Fluß entlang und konnte immer noch einige US-Scharfschützen, bereit jeden zu erschießen, der versuchen sollte zu schwimmen, sehen. Ich verabschiedete mich von der Idee zu schwimmen und ging fünf Stunden lang durch Gärten."

Schließlich kam er bei einer Bauernfamilie an, die ihn für zwei Tage beherbergte. Durch einen Boten informierte er einen AP-Kollegen, der ihn durch einen Fischer abholen ließ.

Offenbar sollte mit allen Mitteln verhindert werden, daß Menschen die Stadt verlassen. Selbst wenn man bereit wäre, die völlig widersinnige Sichtweise des US-Militärs zu teilen, daß sich keinerlei Zivilisten mehr in der Stadt aufhielten, so würde es sich bei diesen Schüssen auf Flüchtlinge immer noch um Mord handeln.

Der Einsatz von Hubschraubern belegt hier deutlich, daß es sich nicht um die Taten einzelner Soldaten, sondern um auf Befehl begangene Kriegsverbrechen handelt.





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