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Menschliche Schutzschilde im Irak
17.11.2004








Vermutlich ist es während der US-Großoffensive gegen die irakische Stadt Fallujah zu weiteren schwerwiegenden Kriegsverbrechen gekommen.

In dem "Bericht des irakischen Widerstands" für den 16. November 2004 wird ein Kommandeur der Widerstandskämpfer in Fallujah zitiert, demzufolge US-Soldaten Frauen und Kinder als "menschliche Schutzschilde" benutzen, um ihre Panzer vor Angriffen zu schützen. Er habe dies zum ersten Mal am vergangenen Dienstag gesehen.

"Wir konnten die Schreie der Kinder und die Hilferufe der Frauen an der Spitze einer Panzerkolonne hören, die am vergangenen Dienstag durch die ath-Tharthar-Straße fuhr. Einige unserer Kämpfer schlossen vor Schmerz die Augen und weinten bei dem Anblick", so der namentlich nicht genannte Kommandeur.

Der "Bericht des irakischen Widerstands" kann sicherlich kaum als objektive Berichterstattung bezeichnet werden, so daß sich hier der Gedanke aufdrängt, daß es sich um einen reinen Propagandavorwurf handelt.

Angesichts der Tatsache, daß sich in den vergangenen Tagen in zwei Fällen US-Soldaten dabei filmen ließen, wie sie verletzte und wehrlose Widerstandskämpfer kaltblütig erschossen, stellt sich allerdings auch die Frage, welche Verbrechen sie begehen, wenn keine Kameras und keine Journalisten in der Nähe sind.

Einen mehr als deutlichen Hinweis auf die Richtigkeit der Anschuldigung lieferte am Mittwoch Louise Arbour, die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte.

In einer Erklärung sagte sie einem AP-Bericht zufolge: "Alle Verletzungen der internationalen humanitären Gesetze und der Menschenrechte müssen untersucht und jene, die für Brüche verantwortlich sind - einschließlich des vorsätzlichen Zielens auf Zivilisten, unterschiedslosen und unangemessenen Angriffen, der Tötung verletzter Menschen und der Benutzung menschlicher Schutzschilde - müssen der Justiz übergeben werden, gleichgültig, ob sie Mitglieder der internationalen Streitkräfte oder der Rebellen sind."

Offenbar hat Arbour also bereits Kenntnis von Vorwürfen, daß "menschliche Schutzschilde" benutzt werden. Würden sich diese Vorwürfe gegen die Widerstandskämpfer richten, so hätte das US-Militär dies zweifellos bereits intensiv angeprangert.





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