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Vier Verwundete erschossen
17.11.2004








Wie IslamOnline am Mittwoch berichtete, hat der Journalist Kevin Sites, der einen US-Soldaten dabei gefilmt hat, wie dieser in einer Moschee in der irakischen Stadt Fallujah einen Verwundeten und offenbar unbewaffneten Widerstandskämpfer erschoß, ausgesagt, daß es sich dabei nicht um einen Einzelfall handelte.

Seinem Bericht nach wurden 3 weitere unbewaffnete und verletzte Iraker von US-Marines am vergangenen Samstag in der Moschee erschossen.

Ursprünglich waren diese Sites zufolge in der Moschee zurückgelassen worden, um von abgeholt und behandelt zu werden. Der Grund, warum dies nicht geschehen ist, ist nicht bekannt.

Sites Aussage zufolge wurden also allein in der Moschee vier verwundete Iraker entgegen den grundlegendsten Regeln der Kriegführung und der Genfer Konventionen von US-Soldaten getötet.

Der Fall eines weiteren von einem US-Soldaten vor laufender Kamera erschossenen Irakers hingegen hat bisher kaum Beachtung gefunden.

Währenddessen sind nicht nur wie zu erwarten die US-Regierung und das US-Militär, sondern auch andere Organisationen offenbar bemüht, die Tat zu entschuldigen.

So sagte Charles Heyman, ein leitender Analyst für Verteidigung bei "Jane's Consultancy Group" in Großbritannien, es sei nicht auszuschließen gewesen, daß der Verwundete eine Schußwaffe oder eine Handgranate verbarg. Bei der geringsten Bewegung sei es "meiner Ansicht nach gerechtfertigt, ihn zu erschießen", so Heyman.

Auch der Sprecher des Internationalen Roten Kreuzes Florian Westphal wollte die Tat nicht verurteilen. "Es ist allgemein bekannt, daß Menschen in Kampfsituationen unter enormem Streß stehen", sagte er. "Offensichtlich waren wir nicht vor Ort, also können wir nicht genau die Umstände dessen beurteilen, was hier gezeigt wird."

Auch der "irakische Übergangsinnenminister" Falah Hassan bemühte sich, daß filmisch dokumentierte Kriegsverbrechen zu relativieren. Obwohl "die Tötung einer verwundeten Person von uns abgelehnt wird" seien die Kämpfer in Fallujah doch "Mörder und Kriminelle" - was offenbar aus seiner Sicht Grund genug für solche Taten wäre.

Völlig verständnislos für den Aufschrei der Medien haben sich allerdings andere US-Soldaten einer AP-Meldung vom Dienstag zufolge gezeigt.

"Ich verstehe, warum er es getan hat. Er lief wahrscheinlich tagelang durch Fallujah und wurde beschossen", sagte der Obergefreite Christopher Hansen.

"Ich hätte den Rebell auch erschossen. Zwei Schüsse in den Kopf", so Unteroffizier Nicholas Graham. "Man kann diesen Leuten nicht trauen. Es sollte keine Untersuchung geben. Er hat nichts Falsches getan."

Der Hauptgefreite Keith Hoy zeigte sich überzeugt, daß die angekündigte Untersuchung allein politische Gründe hätte. "Es ist alles politisch. Dieser Marine wurde seit Tagen angegriffen. Es hat nichts mit dem zu tun, was er getan hat", sagte er.

Auch die Kritik des Feldwebels Christopher Garza richtete sich nicht gegen die Tat selbst. "Er hätte ihn gefangennehmen sollen. Vielleicht besaß der Rebell wertvolle Informationen. Es könnte strafmildernde Umstände gegeben haben. Vielleicht sind seine beiden Kumpel in Fallujah gestorben", so Garza.

Nach US-Angaben ist der in den Filmaufnahmen gezeigte US-Marine bisher nur aus dem Kampfgebiet abgezogen, aber nicht unter Arrest gestellt worden.





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