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Der andere Weg
19.11.2004


Dahr Jamail






Am Donnerstag berichtete der US-Sender KAIT8 unter Berufung auf eine AP-Meldung, daß der US-Kongreßabgeordnete Sylvestre Reyes eine ganz eigene Vorstellung für den Umgang mit von US-Soldaten begangenen Kriegsverbrechen hat.

Die Ermordung von vier verletzten und unbewaffneten Irakern - einen davon vor laufender Kamera - in einer Moschee in Fallujah und die nachfolgende weltweite Ausstrahlung dieser Aufnahmen hatten größtenteils zu schwerer Kritik geführt. Insbesondere im arabischen Raum hatten die Bilder Wut und Entsetzen ausgelöst.

Der aus Texas stammende Demokrat Reyes sagte nun bei einer Anhörung des House Armed Services Committee (Komitee für Streitkräfte des Repräsentantenhauses), daß es an der Zeit wäre, die Anwesenheit von "eingebetteten" Journalisten in Kampfgebieten zu überdenken.

"Wir wollen nicht alles wissen, was auf dem Feld geschieht", so Reyes. Dies sei allerdings keine Zensur. "Wir sollten Al-Jazeera nicht die Art Propaganda liefern, die sie die letzten drei Tage hatten."

Die "Einbettung" von Journalisten in Militäreinheiten selbst ist schon mehr als fragwürdig, da sie hierdurch nicht nur durch das Militär kontrollierbar und manipulierbar werden - was sich im überwiegenden Teil ihrer Berichterstattung auch nur zu deutlich widerspiegelt - sondern außerdem der Militärzensur unterliegen. Daß dieses Prinzip im allgemeinen zur vollen Zufriedenheit des US-Militärs funktioniert belegt die Reaktion des Kommandanten des US-Marine-Corps, General Michael Hagee. Seiner Ansicht nach haben die "eingebetteten" Journalisten sehr gut gearbeitet und die amerikansiche Öffentlichkeit darüber informiert, "was diese großartigen jungen Amerikaner dort drüben machen."

Reyes will nun also offenbar ganz sicher gehen und durch den vollständigen Ausschluß von Journalisten verhindern, daß nochmals ein solcher "eingebetteter" Journalist in den Besitz derart entlarvender Aufnahmen gelangt und diese womöglich auch veröffentlicht.

An der Ermordung von verletzten Gegnern hat er andererseits offenbar nichts auszusetzen.





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