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Der andere van Gogh
22.11.2004








Die Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh hat in den Niederlanden, aber auch bereits in Deutschland als Katalysator für Fremdenfeindlichkeit und beiderseitige Abneigungen zwischen Muslimen und der restlichen Bevölkerung geführt. Dies wiederum hat anscheinend - so die Hintergründe nicht tatsächlich andere sein sollten - zu mehreren in Brand gesteckten Moscheen, Koranschulen aber auch Kirchen geführt.

Der vermeintliche Auslöser hierfür war van Goghs Film "Submission" ("Unterwerfung"). In diesem wird eine als Muslima dargestellte Frau gezeigt, die betet und dabei bis auf eine fast vollständige Verhüllung des Gesichts praktisch nackt ist. In dem Gebet beklagt sie sich dann über zahlreiche ihr widerfahrene Verbrechen wie den brutalen Schlägen ihres Ehemannes und der Vergewaltigung durch ihren Onkel. Immer wieder werden dabei Bilder einer stark verstümmelten Frauenleiche eingeblendet, auf die Verse des Korans geschrieben sind. Schließlich beklagt sie sich in ihrem Gebet bei Gott, warum er denn solche Verbrechen zulasse.

Diesen Film als eine bloße "Islamkritik" zu bezeichnen, wie dies überwiegend der Fall ist, würde bedeuten, einen Film, in dem zwei Männer, einer im Priestergewand, der andere nur mit einem Dornenkranz "bekleidet" auf dem Altar einer Kirche Analverkehr haben, während am Kreuz über ihnen ein dort angenagelter Widder zu sehen ist, als bloße Kritik am Katholizismus zu bezeichnen.

Selbst eine derart schwerwiegende Beleidigung kann in keinem Fall als Begründung oder Entschuldigung für ein Gewaltverbrechen dienen, es sollte allerdings nicht verwundern, wenn sich innerhalb einer betroffenen Bevölkerungsgruppe von über 700.000 Menschen einer findet, der für seine Wut aus welchem persönlichen Grund auch immer nur das verbrecherische Ventil eines Mordes sieht.

Falls dies wirklich die ganze Wahrheit ist.

Der gebürtige Marokkaner mit niederländischer Staatsbürgerschaft Mohammed B., der weiterhin als mutmaßlicher Täter genannt wird und kurz nach dem Mord an van Gogh nach einem Schußwechsel mit Polizisten verhaftet wurde, schweigt zu den Vorwürfen. Ein spanischer Richter zeigte sich mittlerweile überzeugt, daß B. unter dem Pseudonym "Abu Zubair" - ursprünglich ein mutmaßlich hochrangiges "Al-Qaida"-Mitglied - extremistische Schriften und Übersetzungen im Internet veröffentlicht hat. Tatsächlich ist dieses Name als aktives Pseudonym in den vergangenen Monaten zumindest nicht öffentlich im Internet zu finden, so daß hier zumindest Zweifel berechtigt scheinen - ganz abgesehen von der Tatsache, daß es sich hier um einen spanischen Richter handelte. Erschwerend kommt hinzu, daß sich auch andere Personen diesen Namen gegeben haben.

Derweil werden tägliche "neue Details über international operierende Terrornetzwerke mit niederländischem Hauptwohnsitz bekannt" (Standard) bekannt.

Tatsächlich hat Theo van Gogh hat zu Lebzeiten praktisch jede Person und Gruppe aufs schärfste beleidigt, die ihm in den Sinn gekommen ist, seien es Muslime, Christen oder Juden.

Seine Feinde beschränken sich also mit Sicherheit nicht auf Menschen islamischen Glaubens.

Noch interessanter ist allerdings die Tatsache, daß van Gogh zum Zeitpunkt seiner Ermordung mit den Abschlußarbeiten an seinem Film "06-05 de film" beschäftigt war. In diesem Film wollte er die Hintergründe der Ermordung des "rechtspopulistischen" - was sicherlich auch noch als Verharmlosung bezeichnet werden mag - Politikers Pim Fortuyn beleuchten.

Dieser Film wiederum beruhte auf dem Buch "De Zesde Mei" ("Der Sechste Mai") des Autors Tomas Ross. Das als Roman angelegte Werk wirft die Frage auf, inwieweit staatliche Stellen ein Interesse an der Ermordung Fortuyn hatten und daran möglicherweise auch beteiligt waren.

Spätestens an dieser Stelle wird sicherlich auch die Tatsache, daß der Vater Theo van Goghs für den niederländischen Inlandsgeheimdienst "Binnenlandse Veiligheidsdienst." - und ausgerechnet in der Abteilung für politischen Extremismus - gearbeitet hat interessant.

Zweifellos kann es sich bei all dem um bloße Zufälle handeln.Der Verdacht, daß es van Gogh gelungen war, mit Hilfe seines Vaters eine Verbindung des Mörders Fortuyns zur niederländischen Regierung zu ziehen, die damals zumindest gefährdet war, ihre Ämter nach den nächsten Wahlen an von ihm berufene Personen zu übergeben, ist allerdings ebensowenig von der Hand zu weisen.

Selbst wenn man es als gegeben animmt, daß B. van Gogh ermordet hat - wofür zweifellos zahlreiche Indizien sprechen - so bleibt doch die Frage offen, ob er dieses Verbrechen einzig aus eigenem Antrieb begangen hat oder ob ihn jemand und wenn ja, wer und aus welchem Grund, dazu angestiftet hat.





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