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Unterschiedsloses Töten
22.11.2004








Ein am Montag von Al-Jazeera veröffentlichter Artikel beleuchtet eingehender die vor und während der US-Großoffensive an die US-Soldaten ergangenen Befehle. Es ist offensichtlich, daß die Befehle Kriegsverbrechen in Kauf nahmen, wenn nicht sogar dazu aufforderten.

Der vor der Offensive an eine Einheit ergangene Befehl "Ihr seid Killer, keine Mörder. Ihr seid Krieger, keine Kriegsverbrecher. Überschreitet nicht diese Linie" war demnach eher ein Einzelfall.

"Der Feind kann sich als Frau kleiden, der Feind kann sich tot stellen", so ein anderer Kommandeur vor der Offensive zu seiner Einheit. "Also schießt auf alles, was sich bewegt und alles, was sich nicht bewegt."

Ein in dieser Einheit "eingebetteter" Photograph berichtete, daß diese Anweisung, die selbst schon als Befehl zur Verübung von Kriegsverbrechen bezeichnet werden kann, später noch verschärft wurde.

Nachdem die Einheit "entdeckt" hatte, daß Widerstandskämpfer Amphetamine und Adrenalin einnahmen - was gerade für US-Soldaten kaum verwunderlich sein dürfte, da dies auch im US-Militär, insbesondere der Luftwaffe, gängige Praxis ist - erging ein neuer Befehl.

"Von dem Zeitpunkt an war der sogenannte 'Doppelschlag' Vorschrift: zwei Kugeln in jeden Körper", so der Photograph, der die Einheit, in die er "eingebettet" ist, nicht identifizieren wollte.

In der Nacht vor dem Angriff erging der Befehl, daß alle Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren erschossen werden könnten, wenn sie für eine "Bedrohung" gehalten wurden. Hierbei war es gleichgültig, ob sie eine Waffe bei sich trugen oder nicht. Auf Nachfrage von Untergebenen sagte ein Artillerie-Feldwebel, sie sollten alle Männer im militärfähigen Alter, die sie in den Straßen sähen, "umlegen".

Nachdem am zweiten Tag des Angriffs ein Soldat der Einheit getötet und fünf weitere verletzt wurden, wurde der Befehl ausgegeben, Häuser vor dem Betreten mit Maschinengewehren und Panzern zu beschießen, um so dort möglicherweise wartende Widerstandskämpfer zu töteten. Allerdings ist offensichtlich, daß durch diese Vorgehensweise auch Zivilisten getötet wurden.

Es sind also zahlreiche Befehle erteilt worden, auf deren Grundlage die Soldaten unterschiedslos auf alle Menschen in der Stadt schießen konnten.

Derart unterschiedslose Angriffe und der Befehl dazu sind durch die Genfer Konventionen ausdrücklich untersagt und stellen Kriegsverbrechen dar.





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