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Das Öl, der Dollar, die USA und der Iran
23.11.2004








Trotz eines riesigen - und immer weiter steigenden - Handelsbilanzdefizits der USA - allein im August dieses Jahres betrug es nach offiziellen Angaben 54 Milliarden US-Dollar - ist der Kurs des US-Dollars bisher nicht in dem dadurch zu erwartenden Maße abgesackt.

Obwohl die US-Wirtschaft also in diesem Jahr einen geschätzten Verlust im Außenhandel von fast einer dreiviertel Billion US-Dollar erleiden wird, ist das Ausland nach wie vor bereit, diese Ausgaben durch Kredite - beziehungsweise "Investitionen" - zu finanzieren.

Dieses Vertrauen beruht dabei vor allem auf zwei Säulen. Einerseits der Tatsache, daß die USA seit jeher eine unbedingte Bereitschaft gezeigt haben, die "eigenen Interessen" mit Gewalt zu vertreten und dabei auf die derzeit größte Militärmacht der Welt zurückgreifen können. Andererseits aber auch, daß der internationale Ölhandel nach wie vor fast ausschließlich in US-Dollar abgerechnet wird, der Bedarf an dieser Währung also hoch ist.

Die erstgenannte Grundlage dieses Vertrauens in den US-Dollar steht aber auf immer wackligeren Beinen.

Zahlreiche ölexportierende Länder denken mehr oder weniger ernsthaft darüber nach, ihre Ölexporte in Zukunft statt in US-Dollar in Euro abzurechnen.

Vorreiter dieser Entwicklung war der Irak unter Saddam Hussein. Ende des Jahres 2000 war die Abrechnung der irakischen Ölexporte auf Euro umgestellt worden. Dies wurde nach der Eroberung des Iraks durch die USA wieder rückgängig gemacht.

Ende 2002 wechselte dann auch Nordkorea vom US-Dollar zum Euro.

Auch Venezuela denkt seit längerem darüber nach, zum Euro überzugehen.

Auch Rußland hat sich schon dahingehend geäußert. So veröffentlichte die Moscow Times im Oktober vergangenen Jahres einen Artikel (kostenpflichtiger Archivzugang notwendig) mit dem Titel "Putin: Why Not Price Oil in Euros?" ("Putin: Warum Öl nicht in Euro abrechnen?").

Im Oktober wurde nun auch im norwegischen Parlament der Vorschlag eingebracht, angesichts des sinkenden Dollar-Kurses Öl in Zukunft in Euro zu handeln.

Im vergangenen Jahr hat der Iran begonnen, die Bezahlung von - in US-Dollar ausgestellten - Rechnungen für Öllieferungen in Euro zu fordern. Zuvor hatte das Land bereits den überwiegenden Teil seiner Währungsreserven in Euro umgestellt, eine Entwicklung, die auch in Rußland begonnen hat.

Der schwerste Schlag für den US-Dollar und damit die USA steht allerdings noch bevor. Im kommenden Jahr oder spätestens 2006 soll im Iran eine eigene Börse für den Ölhandel auf Basis des Euro eröffnet werden.

Allein der Handel des iranischen Öls - das auf 10 Prozent der weltweiten Vorräte geschätzt wird - über diese Börse dürfte sie ausreichend interessant machen, so daß weitere Länder ihre Geschäfte dort abwickeln. Hierdurch könnte eine Kettenreaktion ausgelöst werden, die zu einer fast vollständigen Abwendung vom US-Dollar für den Ölhandel führen könnte.

Offensichtlich wird der Iran auch von der US-Regierung als Bedrohung angesehen und über einen Angriff intensiv nachgedacht. Daß bei der politischen Vorbereitung dieses Angriffs die gleiche Strategie benutzt wird, wie dies schon beim Irak der Fall war, ist sicherlich bemerkenswert. Tatsächlich aber funktioniert die Angst vor vermeintlichen Massenvernichtungswaffen auch in diesem Fall.

Einen weiteren überdeutlichen Beleg für die Angriffspläne der USA gegen den Iran erhielt der deutsche Politiker Oliver Schruoffeneger im vergangenen Monat bei einem Besuch in den USA aus erster Hand bei einem Gespräch im US-Außenministerium.

Der für Deutschland zuständige Abteilungsleiter und die Chefin des Planungsstabes haben ihm dabei unumwunden mitgeteilt, daß der Iran das nächste Ziel sei. Außerdem vermuteten sie, daß nach den mittlerweile entschiedenen US-Präsidentschaftswahlen der US-Außenminister Colin Powell sein Amt verlieren würde - was bereits eingetreten ist.

"Die sind wild entschlossen, da genauso wie im Irak vorzugehen, und machen auch kein Hehl daraus, dass sie es für sinnlos halten, darüber mit den Europäern überhaupt nur zu reden", so Schruoffeneger.





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