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Bomben statt Brot
30.11.2004








Wie Al-Jazeera am Dienstag berichtete, ist erneut ein Hilfskonvoi für die irakische Stadt Fallujah von US-Soldaten daran gehindert worden, zu der Stadt zu gelangen.

Insbesondere die Tatsache, daß der Hilfskonvoi auf Bitte des vorgeblich unabhängigen "irakischen Gesundheitsministeriums" in Gang gesetzt worden war, aber vom US-Militär zurückgewiesen wurde, verdeutlicht ein weiteres Mal, wie die Machtverhältnisse im Irak tatsächlich sind.

"Das irakische Gesundheitsministerium bat uns, nach Fallujah zu gehen. Als wir auf dem Weg waren, hielt die US-Armee unseren Konvoi an und führte eine Durchsuchung durch", sagte Dr. Ibrahim al-Kubaisi.

"Nachdem wir in der nahe Fallujah gelegenen US-Basis vier Stunden lang gewartet hatten sagte uns ein Arzt, daß sie sich mit dem irakischen Gesundheitsministerium darauf geeinigt hatten, ein Ärzteteam nach Fallujah zu schicken, aber erst nach acht oder neun Tagen", so al-Kubaisi weiter.

Währenddessen gehen die Kämpfe innerhalb der Stadt offenbar weiter. Nach Darstellung des "Berichts des irakischen Widerstands" für Montag befinden sich mittlerweile wieder 70 Prozent der Stadt unter Kontrolle der Widerstandskämpfer. Obgleich auch diese Behauptung sicherlich zweifelhaft ist, so scheint die Behauptung des US-Militärs, die Stadt sei vollständig unter Kontrolle der US-Soldaten kaum glaubwürdiger. Gerade die "Sicherheitslage" wird vom US-Militär auch als Grund dafür bezeichnet, Hilfslieferungen nur sehr begrenzt in die Stadt zu lassen.

"US-Streitkräfte lassen Menschen in die al-Hadra al-Muhammadiya-Gegend gehen, aber sie haben es jedem untersagt, die Stadtteile al-Jolan, al-Askari und al-Senai zu betreten", sagte er.

Nach Ansicht von al-Kubaisi ist der wahre Grund hierfür aber noch ein anderer.

"Es geht ein schreckliches Verbrechen in Fallujah vor und sie wollen nicht, daß irgendjemand davon erfährt. Ich habe vier verletzte Menschen vom jordanischen Feldlazarett in ein Krankenhaus in Baghdad verlegt. Sie sagten mir, daß es dort drinnen ein Verbrechen gibt, Chemiewaffen werden eingesetzt. Die Leichen haben keine Anzeichen von Schußwunden sondern schwarze Flecken", sagte der Arzt.

Diese Aussagen decken sich mit zahlreichen anderen, allerdings ebenso unbestätigten und nicht nachprüfbaren Berichten. Unklar ist hierbei auch völlig, von welcher Art Waffen bei Berichten von eingesetzten "Chemiewaffen" gesprochen wird. Andererseits ist allerdings auch schon der Einsatz von CS-Gas völkerrechtlich bei Kampfhandlungen ausdrücklich untersagt, so daß es sich hier in jedem Fall um Kriegsverbrechen handeln würde.

Gleichgültig, ob die USA weitere Kriegsverbrechen oder nur die Tatsache, daß Fallujah noch bei weitem nicht unter ihrer Kontrolle ist vertuschen wollen, die unter der andauernden Blockade der Stadt am stärksten Leidenden sind nach wie vor die dort verbliebenen Zivilisten.





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