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Rückzug aus Fallujah?
02.12.2004








Eine AFP-Meldung vom Mittwoch bestätigte zumindest teilweise die "Berichte des irakischen Widerstands" der letzten Tage. Demnach ist die irakische Stadt Fallujah anscheinend weit davon entfernt, wirklich unter Kontrolle des US-Militärs zu sein.

Offenbar gelingt es den US-Soldaten nicht, bereits "gesicherte" Bereiche der Stadt unter Kontrolle zu behalten. "In den vergangenen paar Tagen fanden wir 20, 25 Typen in Häusern, die wir bereits gesichert hatten", sagte ein US-Marine.

Trotz des offiziell erklärten erfolgreichen Abschlusses der Eroberung der Stadt feuern die Soldaten auf Häuser, die sie durchsuchen wollen zuvor mit schweren Maschinengewehren und Granaten.

"Wir haben ein Gebiet hier gesichert", sagte US-Hauptmann Tom Tennant, während er auf eine Karte der Stadt zeigte, "und dann sahen wir dort einige Typen herumlaufen." Er deutete mit seinem Finger auf eine Straße und sagte: "Sie liefen hier entlang und griffen einige unserer Jungs an."

US-Marines in einer Schule, dem "kleinen Trittbrett" der Einheit 1-3 Charlie in der Stadt, sagten, sie seien frustriert, weil sie von Widerstandskämpfer, die den einen Tag geschlagen erscheinen am nächsten erneut angegriffen werden.

Einige Mitglieder des US-Militärs sprechen bereits von einer "Green Zone" innerhalb Fallujahs. Das bisher als "Green Zone" bezeichnete Gebiet in der Hauptstadt Baghdad ist der schwer bewachte und verteidigte Komplex von Palästen und anderen Gebäuden, in dem die "US-Botschaft", die "irakische Übergangsregierung" und zahllose andere die Besatzung unterstützende private und öffentliche Körperschaften beheimatet sind. Außerhalb dieses Bereichs ist die Sicherheitslage derart schlecht, daß von offizieller Seite von einem Verlassen abgeraten wird.

Wenn US-Militärs nun einen Bereich innerhalb Fallujahs ebenfalls als "Green Zone" bezeichnen, so kann dies tatsächlich als Bestätigung der "Berichte des irakischen Widerstands" angesehen werden, da auch diese behaupten, die Soldaten hätten einen Bereich im Zentrum der Stadt unter Kontrolle gebracht, während der Rest der Stadt weiterhin beziehungsweise wieder von Widerstandskämpfern kontrolliert werde.

Auch die Behauptung, daß US-Einheiten aus der Stadt abgezogen würden, wurde durch die AFP-Meldung bestätigt. Mehrere Einheiten haben demnach bereits die Stadt verlassen, was einen Vormarsch der Widerstandskämpfer sicherlich nicht erschwert.

"Wenn man diesen Ort weiterhin sichern will braucht man eine Menge Leute", so ein US-Marine.

Hier stellt sich die Frage, warum es trotzdem zu einem Abzug von Einheiten kommt, da auf diese Art die Stadt über kurz oder lang wieder in den Händen des Widerstands sein dürfte.

Entweder, die Kämpfe in anderen Bereichen des Landes sind derart schwer, daß sie dorthin als Verstärkung geschickt werden mußten oder es handelte sich in Wahrheit nicht um einen "Abzug" der Einheiten, sondern vielmehr um das, was gern als "strategischer Rückzug" bezeichnet wird und eine "Flucht" meint.

Was auch immer der Hintergrund sein mag, so verleiht dieser Bericht eines in einer US-Einheit "eingebetteten" AFP-Reporters - was vermuten läßt, daß auch dieser Bericht noch stark "gefiltert" worden ist - den Meldungen der Gegenseite in jedem Fall mehr Glaubwürdigkeit.





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