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Experimentierfeld Irak
05.12.2004








Eine Meldung des Boston Business Journal vom Mittwoch hat einen vorangegangenen Bericht der US-Militärzeitschrift Stars and Stripes bestätigt. Demnach hat der US-Rüstungskonzern Raytheon einer "nicht-tödlichen" Strahlenwaffe abgeschlossen und erwartet deren Einsatz im kommenden Jahr im Irak.

Von Februar bis Juni soll das "Active Denial System" (ADS) vom US-Militär erprobt werden, danach wird entschieden, ob und wieviele der Waffen gekauft werden.

Charles "Sid" Heal, Leiter des Los Angeles Sheriff's Department, hat Raytheon bei der Entwicklung beraten. "Es is da, es ist bereit", sagte er. "Es wird wahrscheinlich in den nächsten 12 Monaten im Irak sein. Sie sind sehr, sehr dicht dran."

Das ADS feuert einem Datenblatt der US-Luftwaffe einen "fokussierten, Lichtgeschwindigkeit-schnellen Millimeterwellenenergiestrahl ab, um ein nicht auszuhaltendes Hitzegefühl zu erzeugen". Die Strahlung dringe dabei nicht mehr als 4 Millimeter in die Haut ein.

Nach Aussage von US-Oberst David Karcher liegt die Reichweite der Waffe oberhalb der Reichweite von Handfeuerwaffen. Die Reichweite einer AK-47 liegt bei 300 Metern.

Angesichts von über 100.000 getöteten irakischen Zivilisten kann eine weitere Aussage Heals nur als äußerste Ignoranz oder dreiste Lüge bezeichnet werden. Demnach würde das ADS zum Schutz von US-Soldaten beitragen und die Zahl getöteter Zivilisten verringern. "US-Soldaten werden getötet, weil sie zögern zu schießen. Das passiert im Irak jeden Tag."

Es gibt zahlreiche Gründe für den Tod von bisher 1.270 US-Soldaten im Irak, aber eine Zurückhaltung, den Abzug ihrer Waffen zu betätigen gehört mit Sicherheit nicht dazu.

Tatsächlich mag die Behauptung, daß diese Waffe "nicht-tödlich" sei, zutreffen, sie wird bei ihrem Einsatz aber zu zahlreichen schweren Verletzungen, präziser gesagt Erblindungen, führen, da ein Auge durch eine solche Strahlung zerstört wird. Es scheint wenig wahrscheinlich, daß US-Soldaten ein besonderes Interesse zeigen werden, dies zu verhindern, ganz abgesehen von der Schwierigkeit, die Köpfe der Opfer bei einer Entfernung von 300 oder mehr Metern nicht versehentlich zu treffen. Auch scheint es wenig glaubwürdig, daß der Strahl dieser Mikrowellenwaffen bei dieser Entfernung nicht so weit aufgefächert ist, daß die Augen nicht unwillkürlich ebenfalls getroffen würden.

Da die Waffe auch als Mittel angepriesen wird, "Menschenansammlungen zu kontrollieren" muß davon ausgegangen werden, daß sie auch gegen Demonstrationen eingesetzt werden soll. Spätestens hier ist mit der Erblindung von beteiligten Kindern zu rechnen, da sich ihre Köpfe in der Höhe der Körper von Erwachsenen befinden.

Sollten diese Waffen tatsächlich in größeren Zahlen zum Einsatz kommen, so ist mittelfristig sogar zu erwarten, daß von Soldaten absichtlich auf die Köpfe gezielt werden wird, da anzunehmen ist, daß Menschen als Abwehrmaßnahme ein feines Metallgeflecht unter der Kleidung tragen werden und so die Köpfe das einzig ungeschützte Ziel bieten würden. Selbst wenn die Soldaten als Reaktion auf diese Abwehrmaßnahme nicht auf die Köpfe zielen würden, so wäre doch durch die Reflexionen eine Verletzung Umstehender sehr wahrscheinlich.

Letztlich ist der Verdacht sicherlich naheliegend, daß diese Waffen nicht hauptsächlich für den Einsatz in Kriegsgebieten, sondern vielmehr gegen Menschen in den USA selbst, beispielsweise Demonstranten, entwickelt wurden. Im Unterschied zu Widerstandskämpfern ist bei ihnen nicht nur ein weitaus geringerer Wille, sich aktiv gegen eine solche Waffe zu schützen, zu vermuten, außerdem wäre bei ihnen die Befolgung eines Verbots der Anwendung solcher Schutzmaßnahmen - analog dem "Vermummungsverbot" - wesentlich wahrscheinlicher.

Ein weiteres Indiz hierfür ist zweifellos die Beteiligung eines leitenden Polizisten an der Entwicklung.





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