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Abzug per Anhalter?
06.12.2004








Am vergangenen Freitag hat das ukrainische Parlament mit 257 Stimmen und keiner Gegenstimme eine Resolution verabschiedet, die den Präsidenten des Landes, Leonid Kuchma, aufruft, die im Irak stationierten 1.650 Soldaten von dort abzuziehen.

"Aufgrund der starken Verschlechterung der Situation im Irak spricht das Parlament den Präsidenten mit dem Vorschlag des Abzugs der Soldaten aus dem Irak an", so die Resolution. Da der ukrainische Präsident die formelle Entscheidungsgewalt über die Entsendung der Soldaten besitzt, ist der Beschluß des Parlaments nicht bindend.

Noch wesentlich bemerkenswerter ist allerdings die Reaktion des ukrainischen Verteidigungsministers Alexander Kuzmuk einem Bericht der ArmyTimes zufolge.

"Ein schneller Abzug erfordert mindestens 11 Millionen US-Dollar und das Geld haben wir einfach nicht", so Kuzmuk.

Zweifellos kann diese Aussage nur als Versuch einer Ausrede für den Verbleib der Soldaten im Irak bezeichnet werden, da auch ihre Versorgung und die Verluste an Menschen und Material sicherlich nicht kostenlos sind.

Letztlich stellt sich hier allerdings die Frage, ob es angesichts des "Willen des ukrainischen Volkes" wie er unzweifelhaft durch die Parlamentsabstimmung gezeigt wurde, für die ukrainischen Soldaten nicht angezeigt wäre, diesem Willen nötigenfalls auch auf anderen Wegen - beispielsweise durch eine "Heimreise auf eigene Faust per Anhalter" nachzukommen.

Wäre es nicht so, daß sowohl der derzeitige Premierminister des Landes, Viktor Yanukovych, als auch sein Hauptgegner bei den vergangenen Wahlen, Viktor Yushchenko, sich für einen Abzug der Soldaten ausgesprochen haben, so hätte vermutet werden können, daß auch dies eine Rolle bei dem US-Interesse am Ausgang der Wahlen gespielt hat.





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