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Refuseniks in den USA
07.12.2004








Trotz des in den USA immer wieder beschworenen "Patriotismus", der vorgeblich eine Unterstützung des Irakkriegs unabdingbar macht, gibt es durchaus auch US-Soldaten, die anderer Ansicht sind und sich auf die eine oder andere Art weigern, sich aktiv an diesem völkerrechtswidrigen Krieg zu beteiligen.

So berichtete SignOnSanDiego am Montag über den Obermaat der US-Marine Pablo Paredes, der sich geweigert hat, an Bord eines Schiffes zu gehen, das in den Persischen Golf gesandt wurde.

Der 23-jährige Parades sagt, er habe den Irakkrieg von Beginn an abgelehnt, hatte bisher aber den Eindruck, durch seinen Dienst in der US-Marine nicht direkt daran beteiligt zu sein. Vor zwei Wochen wurde er allerdings auf die USS Bonhomme Richard, ein Transportschiff für amphibische Angriffe, verlegt.

"Ich will nicht Teil eines Schiffes sein, das 3.000 Marines dort hinbringt, wissend, daß 100 oder mehr von ihnen nicht zurückkommen werden", sagte er. "Ich kann nachts nicht schlafen weil ich das für meinen Lebensunterhalt tue."

Er hatte sich im Jahr 2000 für 6 Jahre Dienst bei der US-Marine verpflichtet. Er sei damals jung und naiv gewesen und hat sich "niemals vorstellen können, nicht in einer Million Jahren, daß wir gegen jemand Krieg führen würden, der uns nichts getan hat."

Aufgrund seiner Weigerung drohen ihm nun ein Kriegsgerichtsverfahren, eine unehrenhafte Entlassung und eine Gefängnisstrafe.

Parades hofft, daß seine Weigerung andere US-Soldaten dazu anregt, sich ebenfalls zu weigern, sich an dem Krieg zu beteiligen.

"Ich weiß, daß andere Leute genauso fühlen wie ich und ich hoffe, daß mehr Leute aufstehen", sagte er. "Sie können uns nicht alle ins Gefängnis werfen."

Während sein zweiter Satz eher als Wunschdenken anzusehen ist, hat er mit seiner Aussafe, es gäbe mehr Menschen, die denken wie er, zweifellos recht.

Am Dienstag berichtete CBSNewYork über den US-Gefreiten Jeremy Hinzman, der bereits Anfang Januar mit seiner Frau und seinem Sohn nach Kanada geflohen ist, um nicht im Irak eingesetzt zu werden.

Gegenüber den kanadischen Behörden sagte er, der Krieg im Irak sei illegal und dort zu kämpfen hätte ihn zu einem Kriegsverbrecher gemacht.

Tatsächlich ist er nur einer von zahlreichen US-Soldaten, die im Nachbarland Kanada Asyl beantragt haben. Damit beginnt sich auch hier die Geschichte zu wiederholen. Während des Vietnamkriegs sind mindestens 30.000 Amerikaner nach Kanada geflohen.





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