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Israelische Mörder
08.12.2004








Wie Al-Jazeera am Mittwoch unter Berufung auf eine Meldung der israelischen Zeitung Yediot Ahronoth berichtete, ist ein 15-jähriger Junge im Gaza-Streifen von israelischen Soldaten ohne jeden Grund erschossen worden.

Der Vorfall ereignete sich bereits im März in der Nähe des Ortes Khan Yunis, als Khalid Sulaiman Mahdi zusammen mit zwei seiner Brüder und seinem Vater Sulaiman Mahdi auf ihrem Feld arbeitete. Der Vater sagte, die Soldaten hätten seinen Sohn "nur aus Spaß" erschossen.

"Sieben Kugeln trafen meinen Sohn im Kopf, also kann man nicht von einem Irrtum oder ungezielten Schüssen reden. Das war ein Fall von direktem und offensichtlichem Scharfschützenfeuer", sagte er. "Die Gegend ist weit und flach und enthält nichts besonderes. Die einzige ungewöhnliche Sache waren die Schüsse auf uns, die meinen Sohn getötet haben."

Yediot Ahronoth zufolge wurden die Schüsse von einer nicht genannten Zahl von Soldaten der Givati-Brigade, die erst kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen hatten, abgefeuert. In Interviews sagten Soldaten gegenüber der Zeitung, daß es keine militärischen Gründe und keine Rechtfertigung für die Schüsse gab, da weder der Junge noch seine Familie eine Bedrohung dargestellt hatten.

Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, der Vorfall sei untersucht worden, es seien aber keine Verhaftungen vorgenommen worden. Er wollte keine Angaben dazu machen, warum die verantwortlichen Soldaten weder verhaftet noch angeklagt worden sind.

Erst am Montag hatte die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem berichtet, daß am Freitag Zeugenberichten zufolge ein verletzter und unbewaffneter Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden ist.

Mahmud Abd a-Rahman Hamdan Kmel sollte für ein Verhör verhaftet werden. Als die Soldaten kamen, versuchte er zu fliehen und wurde angeschossen. Daraufhin zwangen die Soldaten zwei andere Palästinenser mit vorgehaltenen Waffen, ihn zu ihnen zu tragen und ihn zu durchsuchen. Kmel sprach dabei mit ihnen, nannte seinen Namen und bat um ärztliche Versorgung. Nachdem die Männer den Soldaten Kmels Pistole übergeben hatten wurden sie von den Soldaten aufgefordert zu gehen.

Eine Minute später hörten sie einen einzelnen Schuß. Danach wurde einer der Männer von den Soldaten aufgefordert, Kmel nach seinen Papieren zu durchsuchen. Dabei sah er, daß er mit einem Schuß in den Kopf getötet worden war.

"Ich habe nicht den geringsten Zweifel, daß es ein um sich greifendes Phänomen ist", sagte Bassem Eid, Leiter der Palestinian Human Rights Monitoring Group (PHRMG). "Die israelische Armee ist nicht mehr länger eine Armee, die sich an die militärische Ethik hält."

Gegenüber Al-Jazeera beschuldigte er die israelische Armee, "Soldaten zu diesen abscheulichen Fällen blanken Mordes zu ermuntern."

"Die höchsten Ränge der Armee haben jeden Hinweis gegeben, daß Soldaten, die einen Mord begehen, gegenüber einer ernsthaften Verfolgung immun sind und selbst wenn sie angeklagt werden sollten, es keine große Sache wäre", so Eid.

"Ich glaube nicht, daß sie echte Untersuchungen dieser Tötungen durchführen", sagte er. "Sie machen nur eine Show und für gewöhnlich erst, nachdem die Presse und Menschenrechtsorganisationen ein Verbrechen aufgedeckt haben."





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