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Der Mann, der zuviel sagte
10.12.2004








Wie die Washington Post am Donnerstag berichtete, hat ein leitender CIA-Agent eine Klage gegen die Behörde angestrengt. In der Klage beschuldigt er Vorgesetzte, ihn für seine Weigerung, Berichte über das Vorhandensein von Massenvernichtungswaffen im Irak zu fälschen, zu bestrafen.

Der Agent, dessen wirklicher Name auf Anordnung des Richters geheim bleibt, sagt, daß ein Kollege ihn bereits 2001 gewarnt habe, "daß die Führung der CIA plante, ihn wegen seiner dem CIA-Dogma zuwiderlaufenden Berichte 'zu kriegen'."

Die veröffentlichte Klageschrift wurde zwar an vielen Stellen geschwärzt und das Wort "Irak" taucht nicht ein Mal auf, anhand der übriggelassenen Stellen ist allerdings offensichtlich, daß es bei der Arbeit des Agenten um Informationen über Massenvernichtungswaffen vor Beginn des Irakkriegs ging.

"Ihrem offiziellen Dogma wurde durch seine Berichte widersprochen und sie wollten das nicht hören", sagte Roy Krieger, sein Anwalt.

Der Agent wirft seinen Vorgesetzten vor, gegen ihn vorgegangen zu sein, indem sie Anschuldigungen erfunden haben, er habe Sex mit einer weiblichen "Quelle" gehabt und für die Bezahlung von "Quellen" bestimmte Gelder gestohlen. Die hierauf begründeten Ermittlungen gegen ihn sind der Klageschrift zufolge "zu dem einzigen Zweck eingeleitet worden, ihn zu diskreditieren und sich an ihm für das Infragestellen der Richtigkeit der Berichte über Massenvernichtungswaffen ... und die Weigerung, seine Geheimdienstberichte zu fälschen, um die politisch gewollte Schlußfolgerung zu stützen, zu rächen.

Im September 2003 war der Kläger ohne Begründung von der CIA beurlaubt und im August 2004 schließlich entlassen worden.

Anya Guilsher, eine Sprecherin der CIA, wollte sich nicht direkt zu dem Verfahren äußern, sagte aber: "Der Eindruck, daß CIA-Leiter Beamte angewiesen hätten, ihre Berichte zu fälschen ist einfach falsch. Unsere Aufgabe ist es, es so zu sagen, wie wir es sehen und die Fakten zu berichten."

Tatsächlich gibt es allerdings schon seit längerem Berichte, denen zufolge das Weiße Haus direkt Druck auf die CIA ausgeübt hat, um die Berichte über die vorgeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen "bedarfsgerecht" ausfallen zu lassen.





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