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Tausende Refuseniks in USA
10.12.2004








Am Donnerstag berichtete CBSNews unter Berufung auf das Pentagon, daß seit Beginn des Irakkriegs bereits über 5.500 US-Soldaten desertiert sind.

Zahlreiche dieser "Refuseniks" flüchten wie schon in der Zeit des Vietnamkriegs nach Kanada. CBS sprach mit Jeffry House, einem in Toronta ansässigen Anwalt, der mehrere der Soldaten bei ihrem Asylantrag vertritt und während des Vietnamkriegs selbst nach Kanada geflohen ist, als er zum Militärdienst einberufen wurde.

"Die Vereinigten Staaten müßten sich an die Bedingungen internationaler Verträge wie der Charta der Vereinigten Nationen halten, aber sie tun es nicht", sagte House. "Da der Präsident sich nicht an die Genfer Konventionen und die UN-Charta hält, sagen wir da éNur der Soldat, der sich verpflichtet hat als er 17 war - der Junge muß sich genau an seinen Vertrag halten. Der Präsident braucht das nicht.'? Das glaube ich nicht."

"Man hat mir in der Grundausbildung beigebracht, daß es meine Pflicht ist, einem illegalen oder unmoralischem Befehl nicht zu gehorchen", sagte Jeremy Hinzman, der mit seiner Familie nach Kanada geflohenen ist, nachdem sein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung abgelehnt worden war. "Und ich glaube, daß die Invasion und die Besetzung des Iraks eine illegale und unmoralische Sache ist."

Tatsächlich herrscht bei der Reserve der US-Armee einem Bericht der Seattle Times vom Donnerstag zufolge bereits ein Mangel an Offizieren, insbesondere an Hauptmännern. Derzeit sind 6.046 Stellen für Hauptmänner - fast 41 Prozent der Gesamtzahl - nicht besetzt.

Dies führt bereits dazu, daß Offizieren, die ihre vertragliche Zeit abgeleistet haben, das Ausscheiden aus dem Militär verweigert wird.

Ein Hauptmann der Reserve, der ungenannt bleiben wollte, mußte diese Erfahrung machen. Nachdem er 11 Jahre Mitglied des US-Militärs war und auch in 2003 und 2004 im Irak im Einsatz war wollte er nach seiner Rückkehr in die USA seinen Dienst beenden. Der Gedanke hieran habe ihm geholfen, die Zeit im Irak zu überstehen.

"Leider wurde nichts daraus", sagte er. "Die Sache ist für mich zunehmend schwarz-weiß geworden: Wir sind entweder eine Freiwilligenarmee oder wir sind es nicht. Mir ist nicht klar, wie ich noch als Freiwilliger angesehen werden kann, nachdem man mir die Möglichkeit verweigert hat, mein Leben weiterzuführen."

In diesem Jahr wurden bisher über 40 Prozent solcher Anträge von Leutnants und Hauptmännern angelehnt. Im Jahr 2002 lag diese Quote noch deutlich unterhalb von 10 Prozent.

Sowohl der drastische Anstieg der Zahl solcher Anträge als auch der Quote ihrer Ablehnung zeigt deutlich, daß die US-Armee sich hier einem weiteren Problem gegenübersieht. Die Nationalgarde hat bereits angekündigt, die Zahl ihrer Anwerber um 1.400 aufzustocken. Die Reserve der US-Armee will ihrerseits 400 neue Anwerber einstellen.





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