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Verfaultes Essen für Gefangene
14.12.2004








Am vergangenen Donnerstag berichtete CorpWatch, eine globalisierungskritische Organisation, daß den Gefangenen im US-geführten Gefängnis Abu Ghurayb, das schon zuvor durch die Photos gefolterter Gefangener Berühmtheit erlangt hat, lange Zeit zu wenig und völlig verdorbenes Essen vorgesetzt worden ist.

In mehreren im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes von der ACLU veröffentlichten E-Mails an Vorgesetzte zeigte sich der US-Major David Dinenna von der Situation schockiert, während die Vorgesetzten offenbar kaum ein Interesse an seinen Berichten hatten.

Da das US-Militär nicht in der Lage war die Versorgung der Gefangenen selbst zu übernehmen hatte das in Qatar ansässige Unternehmen American Service Center (ASC) den Auftrag erhalten, die Verpflegung anzuliefern.

Dinennas Berichte zeigen, in welch ungenießbarem Zustand die "Verpflegung" tatsächlich war.

"Vertragsmahlzeiten. Katastrophe. Das ist die beste Art, diese Angelegenheit zu beschreiben. Mehrere hundert Mahlzeiten fehlen, Dreck und Käfer werden mehrmals wöchentlich in den Mahlzeiten gefunden und die vergangenen beiden Tage haben sich die Gefangenen nach dem Essen übergeben", schrieb er am 27. Oktober 2003.

Am gleichen Tag antwortete Major William Green: "Wer macht die Anschuldigungen, daß es Dreck, Käfer oder was auch immer in dem Essen gibt? Wenn es die Gefangenen sind, wäre ich damit vorsichtig."

"Unsere Militärpolizisten, Mediziner und Feldchirurgen können problemlos Käfer, Ratten und Dreck identifizieren und das haben sie getan", antwortete Dinenna.

Dem Sprecher der US-Armee in Baghdad Jeff Magruder zufolge lieferte ASC noch bis Mai 2004 weiterhin diese "Mahlzeiten". ASC "hat bei anderen Sachen einen guten Job gemacht, aber nicht so gut bei dem Mahlzeitendienst für Gefangene und Soldaten", sagte er. "Ihr Hauptproblem war, daß das Essen manchmal verfault war und der Kaloriengehalt nicht dem Standard genügte."

Diese Situation führte offenbar auch zu zwei Aufständen der Gefangenen am 24. November und am 24. Dezember, die als Ausbruchsversuche mißverstanden und mit Waffengewalt niedergeschlagen wurden.

"Alle Beweise zeigen, daß die Gefangenen nur gegen die schlechte Nahrung und die Lebensumstände protestierten", so der Abschlußbericht zu dem ersten Aufstand am 24. November, bei dem mindestens 4 Gefangene von Wärtern erschossen wurden.





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