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Fallujahgrad?
16.12.2004








Nachdem sich das US-Militär anfangs von Erfolgsmeldung zu Erfolgsmeldung schwang und die irakische Stadt Fallujah nach wochenlangem Bombenhagel und einer US-Großoffensive als fast vollständig "befreit" bezeichnet worden war ist es nun auffällig still um die Stadt geworden.

Die wenigen vorhandenen Meldungen deuten allerdings darauf hin, daß die "verbliebenen Widerstandsnester", wie sie das US-Militär bezeichnet hatte, offenbar doch weitaus größer und hartnäckiger sind, als dies offiziell zugegeben wurde.

Schon der Abzug der Hilfsorganisation Irakischer Roter Halbmond aus der Stadt vor nunmehr fast zwei Wochen "aus Sicherheitsgründen" und auf Druck des US-Militärs hin war hier ein deutlicher Hinweis.

Die Tatsache, daß selbst das US-Militär die Zahl der am vergangenen Sonntag in "der Provinz al-Anbar" mit 8 angibt ist ein weiteres Indiz.

Vielleicht der stärkste Hinweis ist, daß es bisher nicht zu den zu erwartenden Bildern aus der "befreiten" Stadt gekommen ist. Statt den von "eingebetteten Journalisten" aufgenommenen Bilder von in der Stadt verbliebenen Zivilisten, die "endlich aus der Unterdrückung der Terroristen befreit und von den US-Soldaten mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden" herrscht offensichtlich eine Nachrichtensperre.

Schon seit Beginn der US-Offensive zeichnet der "Bericht des Irakischen Widerstands" ein entscheidend anderes Bild der Kämpfe. Der Bericht vom Donnerstag für die Ereignisse des Mittwochs hingegen ist sicherlich bemerkenswert. Auch wenn die dort genannten "Fakten" ebenfalls zweifellos den Geruch der Propaganda an sich haben, so scheinen sich die Berichte doch besser mit den vereinzelten anderen Meldungen zu decken als die offizielle Version des US-Militärs.

Demnach ist es am Mittwoch dem Sprecher des Widerstands in Fallujah, Scheich Abu As'ad ad-Dulaymi, zufolge zu schweren Kämpfen gekommen. Seiner Aussage nach waren über 400 US-Panzer und 200 gepanzerte Fahrzeuge sowie 4.000 US-Soldaten an einem Angriff auf den Süden der Stadt, von wo aus der Widerstand operiert, beteiligt.

Die US-Truppen begannen sich demnach um 08:00 Uhr zusammenzuziehen und griffen gegen 10:30 Uhr an. Nur 15 Minuten nach Beginn der Kämpfe seien die ebenfalls an dem Angriff beteiligten "irakischen Nationalgardisten" geflohen, so ad-Dulaymi.

Gegen 12:00 Uhr hätten dann auch die US-Soldaten begonnen zu fliehen, was schließlich zum Sieg der Widerstandskämpfer gegen 15:15 Uhr durch den vollständigen Rückzug "Richtung Osten und in die Gebiete Nuwwab ad-Dubbat, al-Mu'allimin und Jami' al-Aqsader" der US-Truppen geführt habe.

Die US-Soldaten und insbesondere die US-Luftwaffe ist dem Bericht zufolge stark durch die von einem Sandsturm massiv auf bis zu 10 Meter eingeschränkte Sicht behindert worden. Dies soll auch dazu geführt haben, daß gegen 13:30 Uhr US-Soldaten versehentlich bombardiert worden, woraufhin der Einsatz von Bombern beendet wurde.

Ad-Dulaymis Aussage nach wurden mindestens 90 US-Fahrzeuge bei den Kämpfen zerstört. Er schätzte die Zahl der getöteten US-Soldaten auf mindestens 500 und sagte, daß 63 Widerstandskämpfer getötet worden sind.

Nach dem ebenfalls weiterhin umkämpften Stadtteil Jolan gefragt, sagte er: "Ich weiß überhaupt nichts. Wir waren mit der großen Schlacht beschäftigt, von der ich vermute, daß sie die Amerikaner niemals vergessen werden."

Wie schon in der Vergangenheit gesagt, sind auch diese Berichte mit "gesundem Mißtrauen" zu betrachten, basieren sie doch auf Berichten von ebenfalls, wenn auch auf der anderen Seite, "eingebetteten Journalisten".

Im Nachhinein haben sich "Berichte des Irakischen Widerstands" allerdings schon mehrfach als korrekt erwiesen und auch die genannten Berichte als auch andere vereinzelte Fakten lassen die Berichte erbitterter Kämpfe weitaus wahrscheinlicher erscheinen als die US-Erfolgsmeldungen mit der anschließenden Stille.

Dies führt dazu, daß im Internet bereits der Begriff "Fallujahgrad" in Anspielung auf die vernichtende Niederlage der deutschen Wehrmacht in Stalingrad benutzt wird.





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