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Fallujah Jones
18.12.2004








Wie die Website ComingSoon am Donnerstag unter Berufung auf eine Variety-Meldung berichtete, ist derzeit ein erster Kinofilm über den Irakkrieg in Planung.

Der Film soll basierend auf dem im kommenden Mai erscheinenden Buch "No True Glory. The Battle for Fallujah" ("Kein wahrer Ruhm: Die Schlacht um Fallujah") den ersten Angriff des US-Militärs auf die irakische Stadt Fallujah im April dieses Jahres behandeln.

Der Großangriff erfolgte damals, nachdem 4 amerikanische Söldner - keine "zivilen Vertragsnehmer", wie immer noch häufig behauptet wird - in der Stadt getötet und ihre Leichen verstümmelt worden waren.

Das US-Militär ging schon bei dieser ersten Offensive gegen die Stadt vollkommen rücksichtslos vor, so daß zahllose Zivilisten verwundet und getötet und unzählige Häuser zerstört wurden. Ein Oberstleutnant des US-Militärs verglich die Kämpfe mit jenen in der vietnamesischen Stadt Hue.

Die Erstürmung der Stadt war schließlich auf Befehl des Weißen Hauses abgebrochen worden, einerseits aufgrund der wachsenden Kritik an der Zahl der durch die Vorgehensweise der Soldaten verursachten zivilen Opfer, andererseits aber zweifellos auch, weil der Widerstand in der Stadt deutlich stärker war, als dies angenommen worden war. Mit 135 getöteten US-Soldaten ist der April bisher der Monat mit den zweithöchsten Verlusten, übertroffen nur durch den November, in dem die zweite Offensive gegen Fallujah begann.

Als Darsteller des damaligen US-Generalmajors und zwischenzeitlich zum Generalleutnant beförderten James Mattis, der den Angriff führte, aber auch die Bombardierung einer irakischen Hochzeitsfeier verteidigte, ist der Schauspieler Harrison Ford vorgesehen. Er hat zwar noch keinen Vertrag unterschrieben, aber dem produzierenden Studio Universal zufolge bereits Interesse an der Rolle bekundet.

Zwar ließe der Titel "No True Glory" durchaus vermuten, daß hier eine kritische Sichtweise eingenommen wird, tatsächlich ist dies aber äußerst unwahrscheinlich. Verfasser des zugrundeliegenden Buches sind Francis "Bing" West, ein früherer US-Marine und "Assistant Secretary of Defense for International Security Affairs" (Assistent und Berater des Verteidigungsministers in Sicherheitsfragen) unter Ronald Reagan und sein Sohn Owen West, der seinen Arbeitsplatz bei Goldman Sachs für ein Jahr verlassen hat, um im Irak zu kämpfen.

Letztlich macht die ganze politische Stimmung in den USA einen kritischen Film mehr als unwahrscheinlich. Einen ersten Hinweis mag hier auch die von ComingSoon - und vielen anderen Websites - gegebene Kurzfassung liefern. Demnach wären die US-Soldaten nur noch 48 Stunden davon entfernt gewesen, die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen, als der Befehl vom Weißen Haus kam, den Angriff abzubrechen. Universal zufolge soll der Film "die gefährliche Verschachtelungen von Krieg und Politik erforschen und das Drama aus der Sicht von Soldaten, Kommandeuren und Politikern zeigen".





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