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Tödliche Autobahnen
20.12.2004








Ein IslamOnline-Bericht vom Montag zeigt, daß die Sicherheitslage im Irak für die Menschen in dem Land weiterhin völlig unerträglich ist.

Seit der völkerrechtswidrigen Invasion der USA in den Irak kann von durch wie auch immer geartete staatliche Stellen garantierte Sicherheit keine Rede mehr sein. So sind auch die Autobahnen zum Revier von Verbrechern geworden, die die Reisenden berauben.

"Vergangene Nacht wurde ich von einer Bande von Verbrechern angegriffen. Ich wurde von einer bewaffneten Person angehalten, dann begann eine Bande die Waren, die ich transportierte, zu plündern", sagte Abu Salah. "Sie haben all mein Geld und Wertgegenstände genommen. Ich hatte Glück, daß sie mich nicht getötet haben."

Noch weitaus gefährlicher - und sei es auch nur durch ihre bloße Zahl - sind allerdings die US-Soldaten.

Bei einem Angriff - gleichgültig, ob dieser mit Schußwaffen oder einer versteckten Bombe durchgeführt wird - reagieren sie nach wie vor, indem sie ungezielt das Feuer in alle Richtungen eröffnen. Ebenso regelmäßig, wie US-Konvois von Widerstandskämpfern angegriffen werden, werden hierdurch unbeteiligte Zivilisten verletzt und getötet. Gefährdet sind hierbei nicht nur Insassen anderer Fahrzeuge sondern auch die Bewohner angrenzender Häuser.

"Ein US-Militärkonvoi wurde neulich auf der Autobahn angegriffen. Die Amerikaner eröffneten ungezielt das Feuer auf mein Haus und die Nachbarn", berichtete Raed al-Shawi gegenüber IslamOnline. Er deutete auf Schrammen und Löcher in der Fassade seines Hauses und sagte, daß die Kugeln die Fenster zerstört und ein Feuer ausgelöst hatten. Nach diesem Vorfall haben wir aus Angst um unsere Leben die Räume zur Autobahn hin nicht mehr benutzt und die Möbel in die rückwärtigen Räume gebracht."

Andere Iraker, wie beispielsweise Sameh al-Ani, haben ihre Häuser an der Autobahn komplett verlassen.

"Ich mietete das Haus und träumte mit meiner Braut von einem stabilen Leben. Aber Militärkonvois kamen vorbei und Angriffe gegen sie passierten tagein und tagaus. Es war angsteinflößend, aber wir mußten damit klarkommen. Eines Tages wurde unser Haus direkt von Kugeln getroffen und die Fensterscheiben zerbrachen mit einem Knall. Meine Frau, damals im siebten Monat, geriet in Panik und wir verloren fast das Baby. Wir mußten uns entschließen das Haus zu verlassen und leben jetzt bei meinen Eltern, weit weg von der Autobahn", sagte er.

"Diese Häuser sind Ladenhüter, die niemand haben will", sagte der Immobilienmakler Salman al-Kaabi.

Auch Mahmud Ahmed bestätigte, daß die US-Soldaten nach wie vor rücksichtslos reagieren.

"Sie schießen auf Menschen aus jedem Grund, den sie für ausreichend halten, um zu töten. Wir müssen auf Autobahnen einen Mindestabstand von 300 Metern vom letzten Fahrzeug ihrer Konvois einhalten. Die von einem Soldaten auf ein näherkommendes oder nur zu schnell fahrendes Fahrzeug abgefeuerten Kugeln können in Sekunden zum Tod mehrerer Zivilisten führen", sagte er.

Mit einem wütenden Unterton erinnerte er sich, daß ein Freund bei einem solchen Vorfall getötet worden ist. "Er war von einer irakischen Familie angeheuert worden, um sie nach Baghdad zu fahren. Sein Fehler war, daß er versuchte, einen US-Militärkonvoi zu überholen, der zu langsam fuhr. Er wurde sofort getötet, zusammen mit der irakischen Familie."





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