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Noch mehr Folter
21.12.2004








Wie beispielsweise die New York Times am Dienstag berichtete, hat die US-Bürgerrechtsbewegung ACLU weitere Dokumente veröffentlicht, die sie im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes erlangt hat und die Folterung von Gefangenen sowohl in der US-Basis Guantánamo Bay auf Kuba als auch im Irak belegen.

Was die New York Times im Hinblick auf diese unter anderem vom FBI stammenden Dokumente als "Mißhandlungen" bezeichnet, kann bei objektiver Betrachtungsweise nur Folter genannt werden.

So sprechen jetzt veröffentlichte Berichte von FBI-Ermittlern von Gefangenen in Guantánamo Bay, die für 24 und mehr Stunden ununterbrochen in "unbequemen" Haltungen und ohne Nahrung und Wasser angekettet waren, von Gefangenen, die fast erwürgt wurden und von Fällen, in denen ihnen brennende Zigaretten in die Ohren gesteckt wurden.

Ein anderer FBI-Agent drückte in einem Schreiben an seine Vorgesetzten seine Besorgnis darüber aus, daß derartige Folterungen von Mitarbeitern des US-Verteidigungsministeriums (D.O.D.) vorgenommen werden, die sich als FBI-Mitarbeiter ausgeben. "Wenn dieser Gefangene jemals freigelassen oder seine Geschichte bekannt wird, werden D.O.D.-Vernehmungsbeamte nicht verantwortlich gemacht werden, weil diese Foltertechniken von 'F.B.I.'-Vernehmungsbeamten angewendet wurden. Für die Öffentlichkeit wird das F.B.I. schuldig sein", schrieb er.

Danach gefragt, ob sich Angehörige des Militärs als FBI-Mitarbeiter ausgeben würden, gab der stellvertretende Sprecher des Pentagons, Bryan Whitman, dies indirekt zu. "Es ist anhand dieser Beschreibung aus zweiter Hand schwierig festzustellen, ob diese Technik" zulässig gewesen sei, sagte er.

Ein anderer FBI-Agent berichtete am 29. Juli dieses Jahres in einem Schreiben, das unter anderem auch an die leitende Anwältin des FBI, Valerie E. Caproni, gerichtet war, von weiteren Folterungen. "In mehreren Fällen kam ich in Befragungszimmer und fand dort einen an Händen und Füßen in Ketten gelegten Gefangenen in einer fötalen Haltung auf dem Boden, ohne Stuhl, Nahrung oder Wasser. In den meisten Fällen hatten sie auf sich selbst uriniert oder gekotet und waren dort für 18 bis 24 Stunden oder länger gelassen worden."

Aber auch andere Methoden kommen zum Einsatz. So war in einem Fall die Klimaanlage so hoch eingestellt worden, daß der in Ketten gelegte Gefangene zitterte. Militärpolizisten sagten gegenüber dem Agenten, daß Vernehmungsbeamte dies am Vortag angeordnet hätten und "daß der Gefangene nicht verlegt werden darf".

"In einem anderen Fall war die Klimaanlage ausgeschaltet worden, so daß die Temperatur in dem unbelüfteten Raum bei vermutlich weit über 100 Grad [Fahrenheit, 38 Grad Celsius] lag. Der Gefangene lag fast bewußtlos auf dem Boden, mit einem Haufen Haare neben ihm. Er hatte sich offenbar in der Nacht die Haare ausgerissen", so der Bericht.

Ein weiteres nun veröffentlichtes Dokument enthält einen deutlichen Hinweis, daß die Folterungen auf direkten Befehl des US-Präsidenten George W. Bush durchgeführt werden.

In einer im Mai dieses Jahres an leitende FBI-Beamte versandten E-Mail schreibt der "vor Ort Kommandierende in Baghdad", daß es dem FBI untersagt ist, die vom Präsidenten durch eine "Executive Order", eine direkte Anweisung des US-Präsidenten mit Gesetzeskraft aber unter Umgehung des Parlaments, genehmigten Methoden wie Schlafentzug, Belastungshaltungen, den Einsatz von Hunden und "sensorischen Entzug durch die Benutzung von Kapuzen" selbst anzuwenden.





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