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Bilder, die lügen
25.12.2004








Vielen Menschen ist mittlerweile klargeworden, daß das gedruckte wie auch das gesprochene Wort kaum als absolut wahr anzusehen ist. Vielmehr ist eine kritische Betrachtung und Überprüfung von Quellen - so sie denn überhaupt genannt werden - überaus wichtig.

Film- und Photoaufnahmen hingegen werden immer noch oder in Anbetracht des wachsenden Mißtrauens gegenüber dem Wort sogar zunehmend als unverfälscht wahrgenommen.

Eine noch bis zum 9. Januar 2005 im Historischen Museum in Hannover gezeigte Wanderausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung belegt eindrucksvoll, daß diese Annahme nur als falsch bezeichnet werden kann.

Die Bilder und Filmausschnitte zeigen, daß die Fälschung von Bildern ebenso häufig wie schon seit langem verbreitet ist. Die Motivationen hierfür sind unterschiedlich. Sie beginnen mit einfachem Profitdenken wie im Fall des "Journalisten" Michael Born, dessen vollständig gefälschte "Berichte", beispielsweise über vorgebliche Aktivitäten des Ku-Klux-Klans oder kurdischer Extremisten in Deutschland, von deutschen Fernsehsendern ausgestrahlt worden sind oder einem auf dem Titelblatt des britischen Mirror gezeigten, manipulierten Photo, bei dem der Kopf Dodi al-Fayeds Kopf Prinzessin Diana zugewandt wurde, um "das Bild, das alle wollten" zu erhalten.


(Foto: Michael Jensch, Axel Thünker, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)


Auch ein vom schweizer Blick gedrucktes Photo, das vorgeblich eine große Blutlache zeigt, könnte in diese Kategorie fallen, hier kommt allerdings zweifellos bereits ein politischer Aspekt hinzu. Die "Blutlache" ist im Original nur eine Wasserpfütze und wurde für die Zeitung rot eingefärbt.


(Foto: Michael Jensch, Axel Thünker, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland)


Ein Photo des italienischen Führers Benito Mussolini vom 29.06 1942 zeigt, daß derartige Manipulationen nicht nur auch bewußt von Regierenden eingesetzt werden, sondern daß dies ebenso bereits seit langem geschieht. Um ihn als strahlenden Herrscher darzustellen wurde der Mann, der im Original das Pferd des "Duce" hält, wegretuschiert. Weitere Veränderungen wurden vorgenommen, um die "dramatische" Wirkung des Bildes zu verstärken.


(oberes Foto: Karl Stehle, München; unteres Foto: Luce Institute/Alinari Archive Management, Florence)


Ein aus dem derzeitigen Irakkrieg stammendes Photo zweier US-Soldaten mit einem Iraker belegt eindrucksvoll, wie leicht die Aussage eines Photos durch bloße Auslassung eines Teils der Bildinformation manipuliert werden kann. Wird ausschließlich der linke Teil des Bildes gezeigt, so scheint es sich um einen US-Soldaten zu handeln, der kurz davor ist, einen Iraker zu töten oder diesen zumindest damit bedroht. Der rechte Bildausschnitt hingegen scheint eine sehr menschliche Szene zu zeigen, einen US-Soldaten, der einem offenbar Verdurstenden Wasser aus seiner Feldflasche einflößt.


(Foto: AP Photo/Itsuo Inouye. Montage: Ursula Dahmen/Der Tagesspiegel)


Auch wenn angesichts der in fast jedem Spielfilm gezeigten Möglichkeiten der Tricktechnik und Bildmanipulation - hier sei nur an den Film "Forrest Gump" erinnert, in dem die Hauptfigur in historisches Filmmaterial hineinkopiert wurde und so beispielsweise John F. Kennedy "traf" - die Möglichkeiten derselben als bekannt vorausgesetzt werden können, so ist diese Ausstellung sicherlich geeignet, die Sichtweise der Besucher zu verändern.


"Bilder, die lügen"
Noch bis zum 9. Januar 2005 im Historischen Museum Hannover
22. Januar bis 6. März 2005 im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen




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