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Das Ende von "Dolce Vita"
28.12.2004








Wie der britische Guardian am Dienstag berichtete, sind auch immer mehr Menschen in Italien von Armut betroffen.

Zeitungen in Italien titeln bereits mit "Mittelschicht zur Hölle gefahren" und "Italiener wissen nicht, wie sie es bis zum Monatsende schaffen sollen". An Frauen gerichtete Zeitschriften geben Ratschläge zur sparsamen Haushaltsführung und eine Umfrage des Instituts Demos ergab, daß viele Italiener erwarten, daß es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen selbst.

Caritas, die größte Hilfsorganisation Italiens, warnte, daß angesichts der Tatsache, daß 7 Millionen Menschen in Italien unterhalb der Armutsgrenze leben, das Land auf soziale Unruhen zusteuere. Insgesamt leben 58 Millionen Menschen in Italien, so daß über 12 Prozent der Bevölkerung bereits in Armut leben.

"Wir sehen Familien der Mittelschicht, deren Schecks platzen, denen der Strom und das Telephon abgestellt wird, weil sie die Rechnungen nicht bezahlen können", sagte Guerino di Tora, Leiter der Caritas in Rom.

"Es fällt einem Vater alles andere als leicht, seine ganze Familie herzubringen, um mit Obdachlosen in unseren Suppenküchen zu essen. Das sehe ich jetzt zum ersten Mal", sagte er.

Umfrageergebnisse zeigen, wie weit das Bedürfnis zu sparen mittlerweile in Italien ist. Fast ein Drittel der befragten Italiener zeigte sich über seine Weihnachtsgeschenke enttäuscht, weil sie nicht "repräsentativ" genug und teilweise sogar wiederverwertet waren.

29 Prozent sagten, sie hätten "repräsentative Geschenke gegeben, ohne solche zu erhalten" und 37 Prozent der Kinder beklagten sich, daß sie nützliche Dinge wie Kleidung statt Spielsachen bekommen hätten.

Die Vereinigung italienischer Bauern sagte ihrerseits, daß die Ausgaben für Lebensmittel in diesem Jahr 10 Prozent niedriger lagen als im vergangenen Jahr.

Bei der Preisentwicklung in Italien kann dies allerdings kaum verwundern. So hat sich der Preis für tägliche Güter wie Milch und Brot seit der Einführung des Euro in einigen Gegenden verdoppelt. Der Preis für Häuser ist seitdem in den großen Städten ebenfalls um über 50 Prozent gestiegen, während die Einkommen der Menschen sich kaum verändert haben.

Wie auch bei Wahlen in zahlreichen anderen Ländern haben die Menschen in Italien offenbar bewußt oder unbewußt den Fehler gemacht, die Wahlversprechen Silvio Berlusconis, er würde für ein Wirtschaftswunder sorgen, auf sich zu beziehen. Auf Berlusconis eigene Unternehmen bezogen hat er dieses Versprechen durchaus eingelöst.





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