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Nebenwirkungen
01.01.2005








Wie das British Medical Journal am Samstag berichtete, sind offenbar Dokumente aufgetaucht, in denen eine Verbindung zwischen der Einnahme von Flouxetine-haltigen Medikamenten wie beispielsweise "Prozac", einem Mittel gegen depressive Zustände, und Aggressionen und Gewalttaten vermutet wird.

Bei den Dokumenten soll es sich einer Erklärung des British Medical Journal zufolge um vertrauliches Material des Arzneimittelherstellers Eli Lilly handeln, das der Zeitschrift im vergangenen Monat anonym zugespielt wurde und nun der US-Behörde für Arzneimittelsicherheit übergeben wurde. Die 16 Jahre alten Dokumente belegen, daß Eli Lilly schon 1988 aufgrund von Studien eine deutlich erhöhte Wahrscheinlichkeit für "Erregungszustände" durch die Einnahme von Flouxetin sah.

Die US-Behörde hatte erst kürzlich eine Warnung herausgegeben, der zufolge Antidepressiva zahlreiche Erregungszustände wie Unruhe, Panikanfälle, Schlaflosigkeit und Aggressivität auslösen können. Dies wurde von Joseph Glenmullen, einem Psychiater an der Universität Harvard, als wenig überraschend bezeichnet, da es hinsichtlich seiner Wirkung auf den Botenstoff Serotonin der Wirkung von Kokain sehr ähnlich sei.

Die aufgetauchten Dokumente sind aus mehreren Gründen äußerst bemerkenswert.

Zunächst einmal handelt es sich bei den Dokumenten um jene, die während eines Gerichtsverfahrens im Jahr 1994 "verlorengegangen" sind. Damals war Eli Lilly von Hinterbliebenen von Opfern eines Amokläufers verklagt worden, der 8 Menschen erschossen und 12 weitere verletzt hatte, bevor er sich selbst erschoß. Ihm war einen Monat zuvor Flouxetin gegen seine Depressionen verschrieben worden.

Die Geschworenen sprachen das Unternehmen zwar mit 9 zu 3 Stimmen frei, später stellte sich allerdings heraus, daß Eli Lilly ein geheimgehaltenes Abkommen mit den Klägern getroffen hatte.

Nicht nur, daß das Unternehmen schon damals um den zumindest sehr wahrscheinlichen Zusammenhang zwischen der Medikamenteneinnahme und dem Amoklauf des Täters wußte und dies verschwieg, es setzte auch alles daran, daß das Medikament trotzdem weiterhin ungehindert verkauft wurde.

Dies führte dazu, daß Prozac - und andere Flouxetin-haltige Medikamente - zu den "beliebtesten" Medikamenten in den USA geworden ist. Eine Verbindung zwischen dem steigenden Prozac-Konsum und einer erhöhten Aggressivität in der Gesellschaft - für die es zweifellos auch zahlreiche andere Gründe wie zum Beispiel die immer weiter auseinander klaffende Einkommensschere gibt - scheint zumindest nicht ausgeschlossen.

Noch interessanter ist diese Meldung über aggressionsfördernde Nebenwirkungen dieser Medikamente in Verbindung mit einem Bericht vom vergangenen August, demzufolge das Trinkwasser in Großbritannien - aber nicht nur dort - zunehmende Konzentrationen an Flouxetin enthält.

Den Bevölkerungen werden also zunehmend mit dem Trinkwasser Substanzen "verabreicht", die aggressives Verhalten, Panikanfälle und Selbstmord zumindest wahrscheinlicher machen.





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