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Geheimpolizei und Militärberater
04.01.2005








Meldungen vom Dienstag belegen, daß der "US-Botschafter im Irak", John Negroponte, nun offenbar endgültig begonnen hat, seine ganz persönliche Geschichte zu wiederholen.

Im Jahr 1981 begannen die USA, verdeckt den Kampf gegen die Kommunisten in Honduras zu unterstützen. Ausbilder der CIA führten zusammen mit Argentiniern die Ausbildung der Mitglieder des "Bataillons 316" in der Nähe der Stadt Tegucigalpa durch.

Diese Einheit, die unter direktem Befehl von General Gustavo Alvarez Martinez, dem Oberkommandierenden der Armee des Landes, stand, war für Entführungen, Folter und Mord berüchtigt.

General Alvarez war mit dem Leiter der CIA in Honduras, Donald Winters, so eng befreundet, daß dieser ihn bat, Pate seiner Tochter zu werden. Ein anderer in der US-Botschaft stationierter CIA-Beamter besuchte regelmäßig das geheime Gefängnis INDUMIL. Dieses Gefängnis befand sich außerhalb der Zuständigkeit sowohl der honduranischen Behörden als auch der Justiz, die nach Entführungsopfern suchte.

Bereits Ende des Jahres 1981 war John Negroponte Botschafter der USA in Honduras geworden. In den folgenden Jahren wurden die Militärhilfen für das Land immer weiter aufgestockt, obwohl der US-Regierung bekannt war, daß Menschenrechte in dem Land massiv verletzt wurden.

Der frühere honduranische Kongreßabgeordnete Efrain Diaz Arrivillaga berichtete, daß er mehrfach mit US-Beamten in Honduras über dieses Thema gesprochen hat. Unter ihnen befand sich auch Negroponte.

"Ihre Einstellung bestand aus Toleranz und Schweigen", sagte er. "Sie brauchten Honduras als Basis mehr als daß sie darüber besorgt waren, daß unschuldige Menschen getötet wurden."

Berichte über diese Verbrechen tauchten, obwohl sie durch hunderte von Zeitungsberichten und Demonstrationen nicht zu übersehen waren, nie in den Menschenrechtsberichten der Botschaft auf. Diese Berichte wurden unter der direkten Leitung von Negroponte erstellt.

Vor einer Untersuchungskommission sagte er später aus, er habe keinerlei Kenntnis von den Verbrechen gehabt.

Am Dienstag nun berichtete die New York Times, daß die USA über die Entsendung mehrerer hundert Militärberater in den Irak "nachdenken".

Eine per E-Mail versandte Erklärung von US-Brigadegeneral Carter Ham weist dabei schon auf die wahren Beweggründe hin. "Der Aufbau von fähigen und loyalen irakischen Streitkräften ist, was schließlich zur Niederlage des Aufstands und zu einer ausreichend stabilen Umgebung führen wird, so daß die USA und andere Streitkräfte ihre Präsenz vermindern können", schrieb er. Die Frage, wem gegenüber sich diese "irakischen Streitkräfte" seiner Meinung nach loyal zeigen sollen, drängt sich zweifellos auf.

Einen weiteren Hinweis liefert hier ein Artikel des australischen The Age vom Dienstag. Demnach werden die USA in den nächsten drei Jahren insgesamt 3 Milliarden US-Dollar für den Aufbau einer irakischen Geheimpolizei ausgeben.

Ein ehemaliger US-Geheimdienstoffizier sagte: "Wenn sie erfolgreich aufgebaut wird, würde die Gruppe mit dem amerikanischen Streitkräften zusammenarbeiten, aber ihre eigene Struktur und relative Unabhängigkeit haben. Es kann angenommen werden, daß sie im Umgang mit den Überbleibseln von Saddam ziemlich rücksichtslos wäre."

Es dürfte Negroponte schwerfallen, in nächster Zeit offensichtlichere Vorbereitungen für eine Wiederholung seines "Erfolgsmodells Honduras" zu treffen.





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