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Medienmumpitz
05.01.2005








Derzeit versuchen die meisten Länder der Welt, sich mit Spendenzusagen für die von den Tsunamis vom 26. Dezember des vergangenen Jahres betroffenen Länder gegenseitig zu übertrumpfen.

500 Millionen von Deutschland, nur kurz darauf der britische Premierminister Tony Blair gegenüber der BBC von "mehreren hundert Millionen Pfund" (1 britisches Pfund entspricht etwa 1,4 Euro), dann legte Australien mit umgerechnet 577 Millionen Euro nach.

Die Medien der jeweils "vorne liegenden" Länder bemühen sich dabei redlich, auf jene "auf den hinteren Plätzen" hinzuweisen.

Angesichts der Tatsache, daß vorrangig arme Gegenden von der Flutwelle getroffen wurden und daher die Sachschäden verhältnismäßig gering ausfielen - die Schäden in Thailand wurden von einem Experten auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt - würden die Spendenzusagen der Nationen also bereits mit großer Sicherheit die Summe der Schäden übersteigen.

Dies hat sogar schon dazu geführt, daß mehrere Hilfsorganisationen dazu aufgerufen haben, bei Spenden eine Bindung an die Katastrophe im Indischen Ozean zu unterlassen, da das Geld in anderen Regionen dringender benötigt werde.

Tatsächlich kann allerdings mit größter Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß es nicht im entferntesten dazu kommt, daß die betroffenen Länder an der Katastrophe "verdienen".

Wie AP am 30. Dezember berichtete, hat der Iran von den aufgrund des verheerenden Erdbebens, das die Stadt Bam auf den Tag genau ein Jahr vor der von dem Tsunami ausgelösten Katastrophe traf, zugesagten Hilfen nur einen verschwindend geringen Bruchteil erhalten. Demnach sind von den von Staaten und Organisationen zugesagten 1,1 Milliarden US-Dollar bisher erst 17,5 Millionen US-Dollar tatsächlich im Iran angekommen. Der Großteil der bisher für den Wiederaufbau aufgewendeten 415 Millionen US-Dollar wurde vom Iran selbst finanziert.

Offenbar vergessen Politiker ebenso schnell, wie ihre Bevölkerungen die Katastrophen selbst vergessen, die Zahlungsanweisungen zu unterzeichnen. Vielmehr werden derartige Unglücke offensichtlich vorrangig dazu genutzt, sich den Medien gegenüber als möglichst kompetent, reaktionsschnell, sachkundig und insbesondere auch mitfühlend zu präsentieren.

Es scheint wenig wahrscheinlich, daß dies im nun aktuellen Fall der Flutwelle anders sein wird.





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