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Nachschubprobleme
06.01.2005








Einer AFP-Meldung vom Donnerstag zufolge hat das US-Militär offenbar massive Probleme, seinen Bedarf an Munition zu decken.

Unter Berufung auf einen Artikel der taiwanischen United Evening News, der sich wiederum auf Quellen innerhalb des Militärs des Landes berief, berichtete die Nachrichtenagentur, daß das US-Militär derzeit über den Kauf von 300 Millionen 5,56-Millimeter Patronen mit Taiwan verhandelt. Die Verhandlungen stehen demnach bereits kurz vor ihrem Abschluß. Der Auftragswert wird auf etwa 62,5 Millionen US-Dollar geschätzt.

Jährlich werden in Taiwan rund 400 Millionen solche Patronen hergestellt, so daß die USA fast die ganze Jahresproduktion aufkaufen will.

Bereits vor fast genau einem Jahr hatte die Seattle Times berichtet, daß die Lake City Army Ammunition Plant (LCAAP), der einzige Hersteller von Munition für Handfeuerwaffen, der das US-Militär beliefert, an der Grenze ihrer Produktionskapazitäten arbeite, die mit insgesamt 4 Millionen Schuß pro Tag angegeben wurde.

Schon damals hatte US-General Paul Kern gesagt, daß dies nicht ausreiche und deshalb zusätzlich bei privaten Herstellern - das LCAAP wird nur unter Lizenz des Staates von einem privaten Unternehmen betrieben - und im Ausland Munition eingekauft werde.

Im dritten Quartal 2002 waren zwei Drittel der Gesamtproduktion des LCAAP 5,56-Millimeter Patronen.

Erst im Dezember hatte Alliant Techsystems (ATK), der derzeitige Lizenznehmer und damit Betreiber des LCAAP, bekanntgegeben, daß die US-Armee Aufträge für Munition unterschiedlichen Kalibers im Gesamtwert von über 300 Millionen US-Dollar erteilt hat, die bis Ende September nächsten Jahres erfüllt werden sollen.

Zweifellos wird ein nicht geringer Teil der vom US-Militär eingekauften Kugeln bei Schießübungen verschossen. Selbst wenn man den Anteil der im Irak verwendeten Patronen auf nur 10 Prozent schätzen würde, so würden täglich im Irak allein über 250.000 Kugeln des Kalibers 5,56 Millimeter verschossen.

Diese Schätzung läßt zwar Verluste durch Angriffe auf Nachschubkonvois des US-Militärs und andere Vorfälle vollständig aus, diese sind nach offiziellen US-Angaben allerdings auch äußerst selten.

Akzeptiert man diese Darstellung des US-Militärs, so wird allein aus den M-16 der US-Soldaten - und anderen Waffen, die 5,56-Millimeter Patronen verwenden - täglich eine Tonne Blei verschossen. Jeder im Irak stationierte US-Soldat würde demnach täglich mindestens zwei Kugeln dieses Kalibers abfeuern.

Gleichgültig, ob diese Menge Munition tatsächlich verschossen wird oder durch Angriffe auf Nachschubkonvois vernichtet oder "requiriert" wird, in jedem Fall ist dieser anhaltend hohe Bedarf zweifellos ein deutliches Indiz für die Schwere der Kämpfe.





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