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Lügen auf Befehl
07.01.2005








Wie Reuters am Freitag berichtete, hatte ein vorgesetzter Offizier offenbar US-Soldaten befohlen, bei einer Untersuchung des Todes eines 19-jährigen Zivilisten im Irak zu lügen.

Am Abend des 3. Januar 2004 hatten US-Soldaten Zaidoun Fadhil, der sich nur drei Wochen zuvor verlobt hatte und seinen Cousin Marwan Fadhil mit vorgehaltenen Waffen gezwungen, in den Tigris zu gehen, der zum damaligen Zeitpunkt eine starke Strömung aufwies. Marwan schaffte es schließlich einen Baumstumpf zu erreichen und sich daran festzuhalten, sein Cousin aber ertrank.

Zaidouns um Hilfe rufende Stimme klingt noch immer in Marwans Ohren.

"Er rief 'Marwan, rette mich' und ich rief zurück 'Versuch zu schwimmen, versuch zu schwimmen' aber er ging wieder unter und das war's. Ich konnte sie [die Soldaten] lachen hören. Sie benahmen sich, als würden sie eine Komödie auf der Bühne ansehen", erinnerte sich Marwan. Erst 12 Tage später fand seine Familie die Leiche Zaidouns.

Die Familie lehnte damals eine "Entschädigung" des US-Militärs ab und forderte eine Untersuchung. Die Untersuchung führte dazu, daß drei der beteiligten US-Soldaten vor einem Militärgericht angeklagt wurden.

Das Verfahren gegen einen von ihnen, Oberfeldwebel Tracy Perkins, nähert sich nun seinem Ende.

Der letzte Zeuge in dem Verfahren, US-Major Robert Gwinner, sagte aus, daß Oberstleutnant Nathan "Nate" Sassaman den Soldaten befohlen hatte, gegenüber der militärischen Untersuchungseinheit (Criminal Investigation Command, CID) zu lügen.

"Sie [leitende Offiziere] wollten nicht, daß das CID erfährt, daß die Iraker ins Wasser gegangen waren", so Gwinner. Seine Aussage bestätigt damit die Aussage eines weiteren angeklagten Soldaten, Terry Bowman, ihm sei "durch die Befehlskette gesagt worden", was er den Ermittlern des Falles gegenüber aussagen sollte.

Gwinners Aussage belegt zwar einmal mehr, daß hochrangige US-Offiziere von Untergebenen begangene Verbrechen gegen Iraker aktiv decken - was zweifellos ebenso auf unzählige Fälle von Folterungen zutrifft - dies wird aber keinerlei weitere Folgen nach sich ziehen.

Bereits im Juli war Oberstleutnant Nathan Sassaman, Major Robert Gwinner und Hauptmann Matthew Cunningham Immunität für ihre Aussagen in dem Verfahren zugesichert worden, so daß Sassaman hier keine Strafe zu befürchten hat.





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