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Der gekaufte Glaube
08.01.2005








Ein USA Today-Bericht vom Freitag belegt, wie massiv die Medien der USA von der US-Regierung manipuliert werden.

Demnach hat der Kommentator Armstrong Williams im Rahmen eines Vertrags mit dem US-Bildungsministerium 250.000 US-Dollar erhalten, um in seiner Fernsehsendung "The Right Side" für die "Reform" des US-Bildungssystems, dem "No Child Left Behind"-Gesetz (NCLB, "Kein Kind wird zurückgelassen") zu werben. Dem USA Today vorliegenden Vertrag zufolge mußte Williams "regelmäßig während seiner Sendungen über das NCLB sprechen" und Interviews mit dem US-Bildungsminister Rod Paige durchführen.

Williams sagte am Donnerstag, er könne verstehen, daß Kritiker dieses Abkommen als unmoralisch ansehen würden, er "wollte es aber tun, weil es etwas ist, an das ich glaube". Hier stellt sich allerdings die Frage, warum er vom US-Bildungsministerium dann mit 250.000 US-Dollar überzeugt werden mußte, diesem Glauben nachzugeben.

Im Rahmen des Vertrags hat Williams außerdem seine Kontakte zum "America's Black Forum", einer Vereinigung schwarzer Journalisten in Radio und Fernsehen, genutzt hat, um "die Produzenten zu ermuntern, regelmäßig über das NCLB zu berichten". Auch überzeugte er den Radio- und Fernsehmoderator Steve Harvey, Paige zwei Mal in seine Sendung einzuladen.

Melanie Sloan von der Organisation "Citizens for Responsibility and Ethics" ("Bürger für Verantwortung und Moral") nannte den Vertrag illegal, "da der Kongreß Propaganda verboten hat".

"Und es ist Propaganda", so Sloan weiter.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Kritikpunkte an dem Gesetz, durch das vorgeblich die Qualität der Ausbildung an US-Schulen verbessert werden soll.

So sind alle Schulen dem Gesetz zufolge verpflichtet, durch staatliche Prüfungen der Schüler zu beweisen, daß diese "angemessene jährliche Fortschritte" bei der Erreichung von Fähigkeiten des Lesens, Schreibens und der Mathematik gemacht haben. Hierzu werden die Schüler in je nach Bundesland unterschiedlich viele, aber überwiegend 37 verschiedene Kategorien unterteilt. Jede einzelne dieser Gruppen, zu denen beispielsweise auch lernbehinderte Kinder zählen, muß in den Prüfungen diese "angemessenen jährlichen Fortschritte" beweisen, andernfalls hat in dem entsprechenden Jahr die ganze Schule "versagt", was mit Sanktionen, insbesondere Kürzungen der staatlichen Unterstützung geahndet wird.

Einige der Prüfungen werden als auf Meinungen basierend und konservative Ansichten bevorzugend bezeichnet.

Bis zum Jahr 2014 müssen 100 Prozent der Schüler die Prüfungen bestehen, damit auch ihre Schulen "bestehen". Es wird auch befürchtet, daß das Gesetz in Wahrheit letztlich dazu dienen soll, die Privatisierung der US-Schulen zu erreichen. Da bereits Vermutungen geäußert werden, daß beispielsweise im US-Bundesstaat California im Jahr 2014 99 Prozent aller Schulen als "mangelhaft" eingestuft werden - was aufgrund der Sanktionen dann in vielen Fällen zur Übernahme durch Privatunternehmen oder Schließung führen wird - ist dies sicherlich nicht von der Hand zu weisen.

Aber auch die Tatsache, daß weiterführende Schulen aufgrund des Gesetzes Anwerbern des US-Militärs nicht nur Zugang zu den Schulen sondern auch Kontaktinformationen zu allen Schülern zur Verfügung stellen müssen, um nicht sämtliche Fördermittel zu verlieren, wird scharf kritisiert.

Es kann also kaum verwundern, daß das Bildungsministerium es für notwendig erachtete, die Medien "freundlich zu stimmen".





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