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"Möglicherweise unschuldig"
08.01.2005








Dem demokratischen - und nicht nur diesem - Rechtsverständnis zufolge ist ein Angeklagter solange als unschuldig zu betrachten, bis seine Schuld bewiesen ist. Er ist also allerhöchstens als "möglicherweise schuldig" zu bezeichnen.

Das US-Militär hat einer AP-Meldung vom Samstag zufolge nun ein weiteres Mal bewiesen, daß es alle Iraker für "möglicherweise schuldig" hält, bis das Gegenteil bewiesen wird.

Nachdem ein Haus in dem Dorf Aaytha, südöstlich von Mosul, in der Nacht zum Samstag durch eine Explosion vollständig zerstört wurde, wobei einem AP-Reporter zufolge 14 Menschen - 7 Kinder, 4 Frauen und 3 Männer - getötet wurden, gab das US-Militär schließlich zu, daß es sich bei der Bombardierung mit einer 500 Pfund-Bombe (227 Kilogramm) um einen Irrtum gehandelt hat. Ein Beamter eines US-"irakischen" Sicherheitszentrums der Provinz Salahuddin sprach von insgesamt 13 Toten, darunter 4 Frauen und 3 Kinder, die alle zur selben Familie gehörten.

Nach US-Angaben wurden bei der von einer F-16 mit einer GPS-gesteuerten Bombe durchgeführten Bombardierung "nur" 5 Menschen getötet - was angesichts der Tatsache, daß die USA ja "keine zivilen Opfer zählen" sicherlich schon eine bemerkenswert genaue Angabe ist.

"Das Haus war nacht das vorgesehene Ziel für den Luftangriff. Das vorgesehene Ziel war eine andere Position in der Nähe", so das US-Militär in einer Erklärung.

"Die multinationalen Streitkräfte Irak bedauern zutiefst den Verlust möglicherweise unschuldiger Leben", so die Erklärung weiter.

Die gewählte Formulierung könnte die Sichtweise des US-Militärs zweifellos kaum deutlicher machen.

Die einzige Frage, die sich hier möglicherweise noch stellt, ist, ob es der Tod von 14 unschuldigen Zivilisten oder diese Reaktion des US-Militärs sind, die wiederum weitere Iraker dazu bringen, sich dem Widerstand anzuschließen.





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